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Eugenio Figueredo
Eugenio Figueredo ist ehemaliger Vizepräsident der FIFA © Getty Images

Im Korruptionsskandal um mehrere Topfunktionäre des Fußball-Weltverbandes FIFA wird für den in der Schweiz inhaftierten Ex-Vizepräsidenten Eugenio Figueredo die Lage auch in seinem Heimatland Uruguay ungemütlicher. Die Ermittlungsbehörden kündigten am Dienstag laut der Zeitung El Pais verstärkte Untersuchungen von Figueredos Fußball-Geschäften an. In einem ersten Schritt befragen die Fahnder ab Donnerstag Funktionärskollegen sowie weitere Personen aus dem Umfeld des 83-Jährigen.

Figueredo war Ende Mai in Zürich kurz vor dem FIFA-Kongress auf Antrag der US-Justiz zusammen mit sechs weiteren Spitzenfunktionären verhaftet worden. Als damalige FIFA-Vizepräsidenten sind Figueredo und Jeff Webb (Kaimaninseln) die hochrangigsten Amtsträger, die seitdem im Schweizer Gefängnis auf ihre Auslieferung an die USA warten. Gegen Figueredo, der bis 2014 auch Boss des südamerikanischen Kontinentalverbandes CONMEBOL war, hat die US-Staatsanwaltschaft Anklage wegen Beteiligungen an Verschwörungen, Betrugs, Korruption und Geldwäsche erhoben.

Sämtliche Vorgänge sollen rund um die Vergaben von TV- und Vermarktungsrechten auch an der Südamerika-Meisterschaft "Copa America" und das kontinentale Champions-League-Pendant Copa Libertadores stattgefunden haben. Dem US-Antrag auf seine Auslieferung widersetzt sich Figueredo bislang. Einem vorangegangenen Antrag des Funktionärs auf Haftverschonung gegen Zustimmung zu vorläufigem Hausarrest hatte die Schweizer Justiz nicht stattgegeben.

Die anstehenden Befragungen von Personen aus Figueredos Umfeld bedeuten eine Verschärfung des Ermittlungsdrucks auf den einst einflussreichen Fußball-Manager. Gut einen Monat nach Figueredos Verhaftung in der Schweiz hatte die uruguayische Polizei zunächst das Vermögen des Strippenziehers beschlagnahmt. Dazu gehören in erster Linie Immobilien im Wert von umgerechnet 4,5 Millionen Dollar.

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