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FIFA
Der FIFA-Skandal schlägt weiter hohe Wellen © Getty Images

Im FIFA-Korruptionsskandal bekommt die "Mauer des Schweigens" womöglich schon in Kürze weitere Risse: Nach Angaben der US-Ermittler liefen vor einer für Freitag geplanten Anhörung zum Stand der Untersuchungen vor dem Bundesgericht in Brooklyn mit dem angeklagten US-Vermarktungsmanager Aaron Davidson Verhandlungen über eine Strafmilderung als Gegenleistung für ein umfassendes Schuldbekenntnis.

Davidson, der nach seiner Verhaftung gegen eine Kaution von fünf Millionen Dollar wieder auf freien Fuß gekommen ist, wäre im Falle eines sogenannten Deals mutmaßlich als zweiter der insgesamt 14 Angeklagten im FIFA-Skandal zur Zusammenarbeit mit den US-Strafverfolgungsbehörden bereit.

Am vergangenen Mittwoch hatte die Schweiz den ersten der sieben Ende Mai in Zürich verhafteten FIFA-Funktionäre an die US-Justiz übergeben.

US-Medien wollen die ausgelieferte Person bei der Ankunft in New York als den früheren FIFA-Vizepräsidenten Jeffrey Webb (Kaimaninseln), der auch Boss des Kontinentalverbandes CONCACAF (Nord- und Mittelamerika sowie Karibik) gewesen ist, identifiziert haben.

Beobachter deuten die Auslieferung grundsätzlich als Zeichen der Kooperationsbereitschaft der überstellten Person als Gegenleistung für eine Strafmilderung.

Von Davidson erhofft sich die US-Staatsanwaltschaft weitere Erkenntnisse über die Abläufe der korrupten Geschäfte bei der Vergabe von Großereignissen sowie der entsprechenden TV- und Vermarktungsrechte mit einem finanziellen Gesamtvolumen in dreistelliger Millionenhöhe.

Man erwarte, schrieben die Ermittler an den zuständigen Richter Raymond J. Dearie, im Falle eines Deals mit Davidson umfangreiches Beweismaterial wie "Tonbandaufzeichnungen in verschiedenen Sprachen, Bankbelege und andere Finanzaufzeichnungen, Verträge und Briefkorrespondenz in verschiedenen Sprachen, Mails, Kurznachrichten, Reise- und Konferenzaufzeichnungen".

Außerdem seien bei Durchsuchungen von CONCACAF-Büros in Miami weitere Beweise sichergestellt worden. Auch ausländische Ermittler hätten Material gegen Davidson zur Verfügung gestellt.

Über den Fortgang der Untersuchungen will die US-Justiz in absehbarer Zeit offenbar auch die 209 nationalen Mitgliedsverbände der FIFA informieren. Die Staatsanwaltschaft steht nach eigenen Angaben gegenüber US-Medien in Kontakt zu FIFA-Juristen, um ein entsprechendes Schreiben abzustimmen.

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