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Jeffrey Webb wurde in der Schweiz verhaftet
Jeffrey Webb wurde in der Schweiz verhaftet © Getty Images

Die USA haben die Schweiz ersucht, die am 27. Mai vor dem Kongress der FIFA in Zürich festgenommenen sieben hochrangigen FIFA-Funktionäre auszuliefern.

Das gab das Schweizer Bundesamt für Justiz (BJ) am Donnerstag bekannt.

Am 20. Mai hatte die zuständige Staatsanwaltschaft für den Bezirk Ost von New York entsprechende Haftbefehle ausgestellt.

Anhörung in Zürich

Es geht um Annahme von Bestechungsgeldern in Höhe von über 100 Millionen Dollar (rund 90 Millionen Euro).

Die FIFA teilte mit: "Dies ist eine Angelegenheit für die zuständigen Behörden. Vonseiten der FIFA gibt es keinen Kommentar."

Die Vereinigten Staaten hatten Ende Mai ein Verhaftungsersuchen gestellt, worauf die Verdächtigen festgenommen und in Auslieferungshaft gesetzt wurden.

Am 1. Juli 2015 übermittelte die US-Botschaft in Bern innerhalb der vom bilateralen Auslieferungsvertrag vorgesehenen Frist die formellen Auslieferungsanträge.

Die Kantonspolizei Zürich wird nun die sieben FIFA-Funktionäre zu den Ersuchen anhören.

Straftaten in den USA abgesprochen?

Den Betroffenen wird anschließend eine Frist von mindestens 14 Tagen gewährt, um dazu Stellung zu nehmen.

Im Zuge der US-Ermittlungen waren sieben FIFA-Funktionäre am 27. Mai von der Kantonspolizei verhaftet und abgeführt worden, darunter auch die beiden FIFA-Vizepräsidenten Jeffrey Webb (Kaimaninseln) und Eugenio Figueredo (Uruguay).

"Als Gegenleistung sollen die mutmaßlichen Bestecher - Vertreter von Sportmedien und von Sportvermarktungsunternehmen - bei der Austragung von Fußballturnieren in den USA und Lateinamerika die Medien-, Vermarktungs- und Sponsoringrechte erhalten haben", heißt es in dem Justiz-Schreiben.

Diese Straftaten sollen in den USA abgesprochen und vorbereitet worden sein.

Entscheidung in den nächsten Wochen

Auch die Abwicklung der Zahlungen seien über US-Banken abgewickelt worden. Das BJ wird innerhalb weniger Wochen über die Auslieferung entscheiden.

Die Auslieferungsentscheide des BJ können beim Bundesstrafgericht sowie beim Bundesgericht als letzter Berufungsinstanz angefochten werden.

Die Schweizer Bundesanwaltschaft ermittelt unterdessen auf Betreiben der FIFA zudem wegen Unregelmäßigkeiten bei den WM-Vergaben an Russland (2018) und Katar (2022).

FIFA-Präsident Joseph S. Blatter (Schweiz) hatte im Zuge des Skandals knapp 100 Stunden nach seiner Wiederwahl auf dem FIFA-Kongress seinen Rücktritt angekündigt.

Am 20. Juli wird das FIFA-Exekutivkomitee über den Termin eines außerordentlichen Kongresses entscheiden.

Als möglicher Termin ist der 16. Dezember dieses Jahres im Gespräch.

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