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Chung Mong-Joon will Joseph S. Blatter beerben
Chung Mong-Joon will Joseph S. Blatter beerben © Getty Images

Der Südkoreaner will den Schweizer im Februar als FIFA-Boss ablösen - und attackiert ihn scharf. Der 63-Jährige verspricht, den Weltverband in nur vier Jahren zu reformieren.

Mit scharfen Attacken auf den scheidenden Amtsinhaber Joseph S. Blatter hat der Südkoreaner Chung Mong-Joon seine Kandidatur für die Präsidentschaft beim Weltverband FIFA offiziell bekannt gegeben.

Der frühere FIFA-Vize unterstrich bei der Bestätigung seiner vor längerer Zeit verkündeten Absichten am Montag in Paris außerdem sein Versprechen, die allgemein als notwendig erachteten Reformen beim Verband binnen einer Amtszeit umzusetzen und sich danach nicht mehr zur Wiederwahl stellen zu wollen.

"Der wahre Grund, warum sich die FIFA zu solch einer korrupten Organisation entwickelt hat, ist der Fakt, dass seit 40 Jahren die gleiche Person die FIFA führt", sagte Chung mit Blick auf den seit den 70er Jahren in verantwortlichen Positionen bei der FIFA arbeitenden Schweizers: "Absolute Macht macht absolut korrupt."

Nach Ende der Ära Blatter will der 63 Jahre alte Sprößling einer südkoreanischen Automobilbauer-Dynastie (Hyundai) als Folge des Ende Mai öffentlich gewordenen Korruptionskandals grundlegende Veränderungen bei der FIFA durchführen: "Unter den gegebenen Umständen muss der neue FIFA-Präsident ein Krisenmanager und ein Reformer gleichermaßen sein. Ich kann die FIFA in nur vier Jahren reformieren. Das verspreche ich allen Fans in der ganzen Welt."

Chung ist der dritte offizielle Bewerber für die am 26. Februar stattfindende Wahl eines Blatter-Nachfolgers.

Der seit 1998 amtierende FIFA-Boss, der vor seiner Wahl unter seinem Vorgänger Joao Havelange (Brasilien) schon als Generalsekretär wichtigster Funktionär des Verbandes gewesen war, hatte infolge des Korruptionsskandals beim Weltverband im Juli endgültig seinen Rückzug von der FIFA-Spitze angekündigt.

Vor Chung hatten bereits Präsident Michel Platini (Frankreich) von der Europäischen Fußball-Union (UEFA) und Brasiliens Idol Zico ihre Bewerbungen für das FIFA-Präsidentenamt angemeldet.

Seinem Wahlkampf-Rivalen Platini hatte Chung bereits Ende Juli die Befähigung als FIFA-Chef abgesprochen: "Es wird sehr schwer für Platini, weitreichende Reformen durchzusetzen. Es ist fraglich, ob Platini eine neue Ära symbolisieren kann. Platini ist ein Produkt des jetzigen Systems."

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