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Bilbao und München - Für den FC Barcelona ist der Traum von sechs Titeln in einer Saison nach dem 0:4 im Supercup-Hinspiel in Bilbao wohl geplatzt. Für ter Stegen ist es ein Rückschlag im Kampf um die Nummer eins.

Es grenzt eigentlich an Gotteslästerung, in diesem Jahrtausend einen Vergleich zwischen dem FC Barcelona und dem Hamburger SV anzustellen. Und doch gibt es zu Beginn der neuen Saison Parallelen: Zwei Pflichtspiele, acht Gegentore, reichlich Ernüchterung.

Denn auch wenn sich der Champions-League-Sieger am Mittwoch durch ein spektakuläres 5:4 n.V. gegen den FC Sevilla den europäischen Supercup sicherte, zu beneiden war der deutsche Torwart Marc-Andre ter Stegen schon da nicht.

Drei Tage später kam es für den 23-Jährigen ungleich schlimmer. 0:4 hieß es am Ende des Hinspiels um den spanischen Supercup bei Athletic Bilbao.

Rückschlag im Duell mit Claudio Bravo

"Athletic demütigt Barca", titelte die AS nach der Lehrstunde für die Katalanen.

Bitter für ter Stegen: Mit einem unnötigen Ausflug inklusive Kopfballabwehr vor dem Strafraum (13.) leitete der Keeper das Debakel ein - auch wenn Mikel San Jose den Ball bei 50 Versuchen aus dem Mittelkreis vielleicht zwei Mal so im Tor unterbringt wie am Freitagabend.

Noch bitterer für ter Stegen: Bei den restlichen sieben Gegentoren gegen Sevilla und Bilbao war er praktisch machtlos - und steckte doch vereinzelt Kritik von den spanischen Medien ein. Ihn träfe zwar keine Schuld, verhindert hätte er die Gegentreffer aber eben auch nicht, hieß es da schon nach dem Spiel gegen Sevilla.

Und vielleicht am bittersten für ter Stegen: Statt im Duell mit Claudio Bravo um die Nummer eins weitere Argumente zu sammeln, bleibt vor allem die Flut an Gegentreffern hängen, die Barca aller Voraussicht nach das historische Sextuple kostet.

Traum von sechs Titeln wohl verpufft

Sechs Titel in einem Jahr - das war bisher nur Pep Guardiolas Barca 2009 gelungen.

Aufgegeben hat das Starensemble diesen Traum trotz der gewaltigen Hypothek vor dem Rückspiel am Montag im heimischen Camp Nou aber noch lange nicht.

"Wenn es jemanden gibt, der dieses Ergebnis noch umbiegen kann, dann ist das Barca", erklärte Trainer Luis Enrique nach der für sein Gegenüber Ernesto Valverde "magischen Nacht" von Bilbao.

"Wir geben uns noch nicht geschlagen", sagte auch Javier Mascherano kämpferisch: "Wir können das immer noch aufholen und die Trophäe gewinnen."

Hattrick von Aduriz

Dafür muss sich aber vor allem die Abwehr der Katalanen gewaltig steigern, die ter Stegen beim Hattrick von Aritz Aduriz (53., 62., 68.) mit stümperhaftem Zweikampfverhalten und haarsträubenden Ballverlusten einen Bärendienst leistete.

Insbesondere Dani Alves erwischte einen rabenschwarzen Abend: Verlorenes Laufduell vor dem 0:2, gleich zwei Querschläger binnen weniger Sekunden vor dem 0:3 und ein stümperhafter Schubser im Strafraum, der den Elfmeter zum 0:4 zur Folge hatte.

Ob da am Ende ein Marc-Andre ter Stegen, ein Manuel Neuer oder ein achtarmiger Krake im Tor gestanden hätte - das Ergebnis wäre am Freitagabend wohl dasselbe gewesen. Sowohl bei Barca, als auch beim HSV.

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