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Mesut Özil
Mesut Özil wechselte 2013 von Real Madrid zum FC Arsenal © Getty Images

München - Vor dem Saisonstart der internationalen Ligen blickt SPORT1 auf die deutschen Legionäre. Heute: Özil, Mertesacker und Arsenals Angriff auf Englands Thron.

Jose Mourinho ist ins Grollen gekommen, damit hat der FC Arsenal schon einmal viel erreicht.

Mit 1:0 gewannen Mesut Özil, Per Mertesacker und Kollegen am Wochenende den Community Shield, den englischen Supercup gegen den FC Chelsea.

Es war nicht nur ein einfacher Erfolg des Pokalsiegers über den Meister. Alex Oxlade-Chamberlain beendete mit seinem Siegtor auch eine über acht Stunden lange Torflaute gegen den Londoner Rivalen - und bescherte seinem Trainer Arsene Wenger den ersten Pflichtspielsieg über Erzfeind Mou.

Wie wichtig so ein Supercup-Sieg nun zu nehmen ist? Darüber ist man sich in England so uneins wie hier. Er wird vor Arsenals Saisonauftakt gegen West Ham am Sonntag trotzdem von vielen als Signal gewertet, dass für den Vorjahres-Dritten diesmal mehr zu holen ist.

Was ist neu beim FC Arsenal?

Zunächst einmal nicht viel: Wenger, der bei Arsenal in sein 20. Trainerjahr geht, hält ja etwas auf seine Idee, die Dinge in Ruhe zu entwickeln.

Seit dem Abgang von Robin van Persie 2012 hat der Elsäßer um Stareinkäufe wie Santi Cazorla, Özil und Alexis Sanchez und Talente wie Oxlade-Chamberlain und Jack Wilshere eine neue, sich immer mehr entfaltende Mannschaft aufgebaut.

Der wichtigste neue Baustein ist der von Meister und Lokalrivale Chelsea gewechselte Petr Cech. Obwohl der Torhüter-Routinier eine lange Verletzungspause hinter sich hat, überbieten sich die neuen Teamkollegen in Schwärmereien, wie allein die Aura des tschechischen Nationalkeepers ihnen schon weiterhelfe. "Er gibt einen riesigen Schub", sagt Mertesacker.

FC Arsenal Petr Cech
Vom FC Chelsea zu Arsenal gewechselt: Torhüter Petr Cech © Getty Images

Welche Rolle spielen die Deutschen?

Eine große, wenn es nach Wenger geht, speziell Özil.

Eine Knieverletzung kostete den Weltmeister-Spielmacher große Teile der vergangenen Spielzeit. Was Wenger aber seit Özils Comeback im Januar erlebt hat, gefiel ihm: "Er vermittelt mehr Autorität, mehr Willen, das Spiel zu diktieren", findet der Trainer. Und er habe seinem Spiel etwas hinzugefügt, was man auf Englisch unübersetzbar schön "some steel" nennt: "Er ist physisch stärker geworden und besser gerüstet für die Premier League."

Wenger ist guten Mutes, dass Özil seine vielen Kritiker endgültig zum Verstummen bringen wird: "Er kann der Spieler des Jahres werden."

Auch Mertesacker genießt wegen seiner Abwehr-Autorität Wengers Vertrauen. Im Supercup lief der zurückgetretene Nationalverteidiger als Kapitän auf. Der Aufstieg von Talent Serge Gnabry ist derweil ins Stocken geraten. Um dem 20-Jährigen Spielpraxis zu verschaffen, ist ein Leihgeschäft im Gespräch.

Was kann das Team erreichen?

Das Wunschziel ist klar: der erste Meistertitel seit 2004, gerne auch ein Ende der Serie von fünf Achtelfinal-Knockouts in Folge in der Champions League.

Positive Signale sehen Beobachter durchaus. Wengers Kader wirkt gereift und austariert, die Mannschaft strahlt Ehrgeiz und Zuversicht nach außen. Entscheidend wird sein, ob die Gunners einen weiteren Fehlstart vermeiden können. Im vergangenen Jahr gewannen sie nur zwei der ersten acht Ligaspiele.

Und Jose Mourinho freute sich.

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