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 FIFA-Präsident Joseph S. Blatter gibt sich Kampf um die FIFA-Krone nicht geschlagen
Joseph S. Blatter ist seit 1998 Präsident der FIFA © Getty Images

Eine Sitzung des FIFA-Exekutivkomitees endet mit der grundlosen Absage der Pressekonferenz mit Blatter. Immerhin gibt es nun Klarheit über Start und Ende der WM 2022 in Katar.

Der tief in der Krise steckende Fußball-Weltverband FIFA verschanzt sich unter mysteriösen Umständen hinter einer Mauer des Schweigens.

Statt Antworten des scheidenden FIFA-Präsidenten Joseph S. Blatter (79) bekam die Weltöffentlichkeit nach der Sitzung des Exekutivkomitees mit DFB-Chef Wolfgang Niersbach am Freitag nur eine nichtssagende E-Mail: keine Pressekonferenz, kein Blatter.

Der nächste Skandal liegt in der Luft, Gerüchte über neue Ermittlungen gegen den Schweizer FIFA-Chef machten die Runde.

Es wäre das erste Mal seit der Suspendierung des FIFA-Generalsekretärs Jerome Valcke, überhaupt das erste Mal seit über zwei Monaten, gewesen, dass der taumelnde FIFA-Boss gesprochen hätte. Die FIFA hatte den Termin offiziell bestätigt.

Die Absage, die um 14.50 die Presse erreichte, kam völlig überraschend. Zuvor hatte der Weltverband die Fragerunde um eine Stunde verschoben - und die gut 15 Kamerateams weiter vom Eingang des Hauptgebäudes weg gebeten. Welche Rolle der Valcke-Skandal spielte, blieb zunächst offen.

Der Generalsekretär war in der vergangenen Woche unter dem Verdacht der persönlichen Bereicherung beim Verkauf von WM-Tickets suspendiert worden. Über seinen Anwalt hatte der Franzose alle Anschuldigungen vehement zurückweisen lassen.

"Es ist ein laufendes Verfahren, hier gilt die Unschuldsvermutung", sagte Niersbach, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB): "Das war nur ganz kurz ein Thema, in dem er (Blatter, d. Red.) herausgestellt hat, dass Valcke als Generalsekretär vorübergehend von seinen Pflichten entbunden ist. Es sind keine weiteren Details gesagt worden."

Keine großen Fortschritte wurden auch für die Ethikkommission erzielt, die weiterhin zum Stillschweigen verpflichtet ist.

Das Exko erklärte am Freitag zwar "grundsätzlich" seine Unterstützung, den entsprechenden Artikel 36 im Ethikcode zu lockern - das Gremium gab den Fall zur "Beratung" aber an die FIFA-Kommission für rechtliche Angelegenheiten weiter.

Wegen dieses Abschnitts im Ethikcode ist es den unabhängigen Ermittlern bislang verboten, zu laufenden Verfahren oder nicht rechtskräftigen Entscheidungen Stellung zu nehmen.

Die Kommission mit dem deutschen Richter Hans-Joachim Eckert, der der rechtsprechenden Kammer vorsitzt, hatte zuletzt vehement eine Lockerung des Artikels 36 gefordert.

Eine Entscheidung wird nun erst bei der nächsten Sitzung des Exkos im Dezembers fallen. Diese wird wieder nicht im Ausland stattfinden, sondern ebenfalls in Zürich. Ob das an einer möglichen "Reiseangst" einiger Exko-Mitglieder liegt, blieb offen.

Eines hat das Exekutivkomitee dann doch endgültig entschieden: Anfang und Ende der WM 2022 in Katar.

Das Eröffnungsspiel wird am Montag, den 21. November 2022 steigen, das Turnier am 18. Dezember, dem Nationalfeiertag des Wüstenemirats, enden.

Somit dauert die WM gerade einmal 27 Tage.

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