Die FIFA-Ethikkommission bestraft eine der Schlüsselfiguren des Skandals beim Weltverband. Der frühere Vizepräsident wird mit einer lebenslangen Sperre belegt.

Die Ethikkommission der FIFA hat Skandal-Schlüsselfigur Jack Warner (72) lebenslang gesperrt.

Der frühere FIFA-Vizepräsident aus Trinidad und Tobago habe in seiner Zeit als Funktionär eine Hauptrolle beim Anbieten, Annehmen und Akzeptieren von illegalen Zahlungen gespielt. Das teilte die Ethikkommission am Dienstag mit.

"Jack Warner verübte fortwährend und wiederholt verschiedene Vergehen, während er bei der FIFA und der CONCACAF als Funktionär verschiedene hochrangige und einflussreiche Ämter bekleidete", schrieb die Kommission.

Ermittlungen seit Januar 2015

Die Entscheidung, die durch den deutschen Richter Hans-Joachim Eckert als Vorsitzender der rechtsprechenden Kammer verkündet wurde, sei auf Basis der Untersuchungen der WM-Vergaben 2018 (Russland) und 2022 (Katar) erfolgt.

Chefermittler Cornel Borbely ermittelte seit Januar 2015 gegen den früheren Präsidenten des Kontinentalverbandes CONCACAF (Nord- und Mittelamerika sowie Karibik), der in seinem Heimatland derzeit gegen eine Auslieferung in die USA kämpft.

Warner gehört dort zu den angezeigten FIFA-Funktionären, denen ein Strafverfahren droht. Warners Name tauchte auch in der Strafanzeige gegen FIFA-Präsident Joseph S. Blatter auf.

Dem Schweizer wird vorgeworfen mit Warner, damals Präsident des karibischen Verbandes KFU, im Jahr 2005 einen für die FIFA ungünstigen Vertrag abgeschlossen zu haben.

Warner: Kein Zufall

Nach Chuck Blazer ist Warner, der bis 2011 im FIFA-Exekutivkomitee saß, der zweite CONCACAF-Funktionär, der lebenslang gesperrt wurde.

"Ich glaube nicht, dass dieser Schritt von den gegenwärtigen Problemen der FIFA ablenkt, so, wie sich die FIFA es wünscht", schrieb Warner bei Twitter zu seiner Sperre: "Wenn ich sehe, was gerade in Zürich mit Sepp Blatter passiert, glaube ich nicht an einen Zufall."

Warner, der vor knapp viereinhalb Jahren nach dem Skandal um den Blatter-Herausforderer Mohammad Bin Hammam durch seinen Rücktritt einer Verbannung aus der FIFA zuvorgekommen war, ergänzte: "Ich verließ die FIFA im April 2011, und wenn mich die FIFA im September 2015 ohne Anhörung lebenslang sperren will, dann sei es so."

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