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FCB-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge wird von den Europas Top-Klubs im Amt bestätigt. Er teilt mit, die FIFA-Präsidentschaftskandidatur von Michel Platini zu unterstützen.

Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge von Rekordmeister FC Bayern München bleibt der Vorsitzende der europäischen Klub-Vereinigung ECA.

Der 59-Jährige steht der Interessengemeinschaft, die aus 220 Vereinen der Europäischen Fußball-Union (UEFA) besteht, seit 2008 vor und wurde am Dienstag bei der ECA-Generalversammlung in Genf bestätigt.

"Grundsätzlich haben wir das Gefühl, dass die Atmosphäre im europäischen Klubfußball nie besser war als heute", sagte Rummenigge: "Es gibt einen großen Zusammenhalt unter den Vereinen."

Rummenigge macht sich stark für Platini

Damit wird Rummenigge die ECA aller Voraussicht nach auch im UEFA-Exekutivkomitee vertreten, das sich im März per Grundsatzentscheidung für externe Interessenvertreter geöffnet hatte.

Die endgültige Änderung der UEFA-Statuten soll im kommenden Jahr beim nächsten Kongress vollzogen werden. Derzeit sitzt bereits Wolfgang Niersbach, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), im UEFA-Exko.

Vor der Wahl des neuen FIFA-Präsidenten (26. Februar) wird die ECA wohl Werbung für UEFA-Chef Michel Platini machen, der als großer Favorit auf die Nachfolge von Joseph S. Blatter gilt.

"Wir sind davon überzeugt, dass, wenn er gewählt wird, Michel Platini ein guter FIFA-Präsident wäre", sagte Rummenigge: "Wir haben sehr gute Erfahrungen mit der UEFA und deren Präsidenten gemacht. Platini war bei der Gründung der ECA einer der Ideengeber, unser Verhältnis ist sehr gut."

Hohe Transfersummen "ein Problem"

Rummenigge plädiert zudem für eine Verkürzung der Sommer-Transferperiode im Fußball.

"Diese Diskussion sollte man führen. Ich hoffe, dass wir eine Lösung finden, dass in der Zukunft vielleicht der Transfermarkt geschlossen ist, wenn die Saison beginnt", sagte der Vorstandsvorsitzende von Bayern München bei Sky.

Beispielhaft nannte er den Fall des Belgiers Kevin De Bruyne. Der 24-Jährige war nach wochenlangem Hickhack erst am 30. August von DFB-Pokalsieger VfL Wolfsburg für 75 Millionen Euro zu Manchester City gewechselt. "Man hat gemerkt, der Junge hat den Kopf nicht ganz frei, weil er eben dieses große Angebot aus Manchester hatte. Das ist natürlich für Klubs und für Trainer nicht ganz so einfach zu händeln", erklärte der 59-Jährige.

Als Wurzel der Hysterie auf dem Transfermarkt sieht Rummenigge dabei das Bosman-Urteil aus dem Jahr 1995, durch das Spieler bei Ablauf eines Vertrags ablösefrei wurden: "Ich möchte daran erinnern, dass die ganzen Summen und Explosionen im Transferbereich und im Gehaltsbereich durch Bosman hervorgerufen wurden. Ich glaube, darauf sollte man nicht stolz sein, sondern das ist ein Problem."

Für die Zukunft hofft Rummenigge, "dass sich jetzt nicht die ganzen Transferregeln noch mal verschärfen". Die jüngste Explosion der Ablösesummen und Gehälter sei für den Fan "kaum noch verständlich und rational zu vermitteln". Man könne "das Rad auch überdrehen", mahnte der Bayern-Boss.

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