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Die FIFA steckt im Korruptionssumpf
Die FIFA kooperiert offenbar nicht mit den Ermittlern - zumindest nicht "vollumfänglich" © Getty Images

Der Fußball-Weltverband FIFA legt bei der Aufklärung der Manipulationsvorwürfe bei der Vergabe der nächsten WM-Turniere an Russland (2018) und Katar (2022) angeblich nicht alle Karten auf den Tisch.

Nach Angaben des Hamburger Nachrichtenmagazins Der Spiegel behindert die FIFA entgegen eigener Angaben derzeit die Ermittlungen der Schweizer Bundesanwaltschaft (BA).

Demnach soll die FIFA eine Versiegelung der aus ihrem Züricher Hauptquartier stammenden Daten erwirkt und damit zumindest für eine Verzögerung der Untersuchungen gesorgt haben.

Die BA in Bern kommentierte eine entsprechende Anfrage nicht. Die FIFA bekräftigte gegenüber dem Spiegel ihre bisherige Darstellung, bei den Ermittlungen "vollumfänglich" mit den Behörden zu kooperieren.

Laut Spiegel sollen die BA-Beamten keinen Zugriff auf etliche Akten und weite Teile des Email-Verkehrs des Verbandes haben. Das durch die Schweizer Strafprozessordnung gedeckte Blockadeverhalten der FIFA kann lediglich durch eine gerichtliche Anordnung beendet werden.

Ob die BA bereits einen entsprechenden Antrag gestellt, lässt der Spiegel-Bericht offen.

Die Ermittlungen zu den beiden umstrittenen WM-Vergaben gehen pikanterweise auf eine Anzeige der FIFA gegen Unbekannt zurück. Der Verband hatte damit im Herbst 2014 auf die anhaltenden Spekulationen über Schmiergeldzahlungen und andere Bestechungsvorgänge vor der Abstimmung über die beiden künftigen WM-Gastgeber vor fünf Jahren reagiert.

Interne FIFA-Untersuchungen der Vorgänge vor den Wahlen waren zuvor nach Angaben des Verbandes ohne nennenswerte Ergebnisse geblieben.

Nach der Eskalation des auch von der US-Justiz untersuchten FIFA-Skandals Ende Mai hatte die FIFA mehrfach erklärt, den Ermittlungsbehörden auf freiwilliger Basis alle benötigten Unterlagen übergeben zu haben.

Im Gegensatz dazu ist schon mehrfach auch von Beschlagnahmungen die Rede gewesen, nachdem BA-Ermittler wiederholt in der FIFA-Zentrale vorstellig geworden waren. 

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