vergrößernverkleinern
Horst R. Schmidt war bis 2007 DFB-Generalsekretär
Horst R. Schmidt war OK-Vizepräsident © Getty Images

Der frühere OK-Vizepräsident Horst R. Schmidt reagiert auf die Behauptungen von Ex-DFB-Boss Theo Zwanziger, der den Inhalt eines Telefonates an die Öffentlichkeit brachte.

An den Behauptungen des früheren DFB-Präsidenten Theo Zwanziger zur Affäre um die Organisation der Fußball-WM 2006 in Deutschland kommen erste konkrete Zweifel auf.

Der frühere OK-Vizepräsident Horst R. Schmidt widersprach der Darstellung des Nachrichtenmagazins Der Spiegel, der unter Berufung auf ein Gedächtnisprotokoll Zwanzigers zu einem Telefonat mit Schmidt den zwielichtigen Katarer Mohammed Bin Hammam als Empfänger einer 2002 vom früheren Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus im Namen des OK getätigten Millionen-Überweisung genannt hatte.

"Es ist ungeheuerlich"

"Der Name Bin Hammam ist möglicherweise gefallen. Aber ich werde nicht behaupten, dass er der Empfänger des Geldes ist. Ich weiß es einfach nicht", sagte Schmidt der Bild.

Der frühere Generalsekretär des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) empörte sich außerdem über Zwanzigers hinterlistige Vorgehensweise: "Es ist ungeheuerlich, dass Theo Zwanziger den Inhalt eines privaten Telefonates an die Öffentlichkeit bringt."

Zwanziger hatte in der aktuellen Spiegel-Ausgabe als erster Hochkaräter aus der Riege der mit dem WM-Projekt befassten DFB-Funktionäre öffentlich eine Verbindung der erfolgreichen Bewerbung mit schwarzen Kassen hergestellt.

Auch DFB-Vizepräsident Harald Strutz kritisierte Zwanziger scharf: "Zwanziger hat schon in seiner Zeit als DFB-Präsident Schaden angerichtet und sich jetzt mehr als demaskiert", und stellte sich gleichzeitig hinter Amtsinhaber Wolfgang Niersbach. "Es gibt keinen Deut, an der Integrität von Wolfgang Niersbach zu zweifeln", sagte der Klubchef des Bundesligisten FSV Mainz 05.

Noch kein Beleg

Zwanziger, der 2005 die vermutliche Rückzahlung des Darlehens mit fingierten Gründen auf Umwegen über den Weltverband FIFA angewiesen hatte, ist einen Beleg für seine Aussage noch schuldig.

DFB-Präsident Wolfgang Niersbach hatte am vergangenen Donnerstag erklärt, dass Dreyfus 2002 für das damals angeblich noch mittellose OK gegen einen Schuldschein von WM-Chef Franz Beckenbauer 6,7 Millionen Euro an die FIFA überwiesen hatte.

Die Zahlung sollte laut Niersbach der Sicherung eines späteren Zuschusses der FIFA zu den Organisationskomitees in Höhe von 170 Millionen Euro dienen.

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel