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Sepp Blatter
Sepp Blatter von der FIFA-Ethikkommission bis zum 5. Januar 2016 gesperrt worden © Getty Images

FIFA-Chefaufseher Scala glaubt nicht an eine Rückkehr von Blatter. Auch Platinis Chancen stehen schlecht. In Blatters Millionenzahlung sieht Scala einen kriminellen Akt.

Für die suspendierten Fußball-Bosse Joseph S. Blatter (79/FIFA) und Michel Platini (60/UEFA) stehen die Chancen auf ein Comeback nach Ansicht von FIFA-"Chefaufseher" Domenico Scala nicht gut.

Der Schweizer sieht in der Millionen-Zahlung von Weltverbandschef Blatter (Schweiz) an Europas Top-Funktionär Platini (Frankreich) sogar einen kriminellen Akt.

"Der Hauptpunkt ist nicht einmal, ob ein schriftlicher Vertrag für die Zahlung existiert oder nicht. Entscheidend sind der Interessenkonflikt und die fehlende Bildung der entsprechenden Rückstellung in den FIFA-Bilanzen. Das ist ein schweres Versäumnis, und beide Seiten haben als Mitglieder der FIFA-Exekutive jedes Jahr um zwei Millionen Schweizer Franken verfälschte Finanzberichte der FIFA genehmigt. Das kann auch als Bilanzfälschung betrachtet werden", sagte Scala in einem Interview mit der Financial Times. Bereits zuvor hatte der 50-Jährige in anderen Interviews ähnliche Einschätzungen abgegeben.

Blatter hatte 2011 die Millionen-Zahlung an Platini, der immer noch auf seine Wahl zum Blatter-Nachfolger hofft, angewiesen. Zur Begründung gaben beide auch in Vernehmungen durch die Schweizer Bundesanwaltschaft an, dass die Summe die Restzahlung für Platinis 2002 beendete Beratertätigkeit für die FIFA gewesen wäre.

Zuletzt räumten sowohl Blatter als auch Platini ein, dass über die Vereinbarung keine schriftlichen Dokumente existieren würden. Wegen des Vorgangs, den viele Beobachter als Schmiergeld für Platini als Gegenleistung für Europas Stimmen bei Blatters Wiederwahl kurze Zeit nach der Zahlung ansehen, sind Blatter und Platini von der FIFA-Ethikkommission bis zum 5. Januar 2016 gesperrt worden.

Die Suspendierungen können im Zuge der weiteren Ermittlungen im Bedarfsfall um weitere 45 Tage verlängert werden. Spätestens danach müssen die Ethiker eine abschließende Entscheidung treffen.

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