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Lennart Johansson war von 1990 bis 2007 Präsident der UEFA
Lennart Johansson war von 1990 bis 2007 Präsident der UEFA © Getty Images

Der ehemalige UEFA-Präsident sieht den DFB-Chef als idealen Nachfolger von Michel Platini an der Spitze des europäischen Verbands - und wirft dem Amtsinhaber Bestechung vor.

Der langjährige UEFA-Präsident Lennart Johansson setzt sich für DFB-Chef Wolfgang Niersbach als neuen Boss der Europäischen Fußball-Union und Nachfolger von Michel Platini ein.

Dem Franzosen, der ihn 2007 als UEFA-Präsidenten ablöste, wirft der Schwede Bestechlichkeit vor.

"Ich habe Wolfgang Niersbach vorgeschlagen, für die Präsidentschaft der UEFA zu kandidieren. Niersbach sollte UEFA-Präsident werden", sagte der Schwede der Sport Bild.

Allerdings habe Niersbach gesagt, "dass er das nicht möchte. Das ist schade. Niersbach leitet sehr erfolgreich mit dem DFB den wahrscheinlich wichtigsten Verband der Welt. Er wäre als UEFA-Präsident ein hervorragender Mann", betonte der 85-Jährige.

Ganz im Gegensatz zu Platini. Johannsson hält seinen Nachfolger, der aufgrund einer unerklärten Zahlung von zwei Millionen Euro durch die FIFA für angebliche Beraterdienste von der Ethikkommission des Weltverbands für 90 Tage gesperrt wurde, für bestechlich.

"Es muss so sein", antwortete Johansson bei insideworldfootball auf die Frage, ob die zwei Millionen Euro als Bestechungsgelder vom ebenfalls suspendierten FIFA-Präsidenten Joseph S. Blatter an Platini angesehen werden müssen: "Das ist exakt das, worauf es hindeutet. Warum sollte er zu diesem Zeitpunkt Geld erhalten haben - ohne dem UEFA-Exekutivkomitee darüber zu berichten?"

Platini hatte das Geld im Jahr 2011 erhalten - kurz bevor er auf eine Kampfkandidatur gegen Blatter um den FIFA-Chefposten verzichtete.

Johansson erklärte, dass er weder als Exekutivmitglied bei der FIFA noch bei der UEFA von den Zahlungen an ihn gehört habe. Laut des UEFA-Ehrenpräsidenten hätten weder Blatter noch Platini den Gremien davon berichtet.

Nach Ansicht Johanssons sollte Blatter aber noch nicht abgeschrieben werden: "Es ist eine Tragödie, wie der wichtigste Sport der Welt gerade geführt wird. Aber Sepp Blatter ist clever. Er wird alles versuchen, dass sein Nachfolger ein Mann seiner Wünsche ist. Dafür setzt er auf seine Unterstützer, die er vor allem in Asien und Afrika noch immer hat."

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