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DFL-Präsident Reinhard Rauball blickt grimmig
Reinhard Rauball ist Präsident der Deutschen Fußball-Liga © Getty Images

Der Präsident der DFL kann sich eine Reform des Fußball-Weltverbandes nur unter der Bedingung vorstellen, dass man die Strukturen komplett neu aufzieht.

Reinhard Rauball hat sich für eine Umstrukturierung der FIFA ausgesprochen und sieht dafür nur eine mögliche Alternative. "So eine Reform geht nur mit einer Neugründung", sagte der Präsident der DFL der Süddeutschen Zeitung.

Seinem Vorschlag zu Folge ist also die Schaffung eines neuen Dachorgans unausweichlich. "Es ist höchste Zeit, sich schnell über einen Plan B Gedanken zu machen", ergänzte Rauball.

Außerdem fürchtet der 68-Jährige trotz des "Blatter-Bebens" in der vergangenen Woche, dass FIFA-Präsident Joseph S. Blatter mangels Alternativen seine Regentschaft im Fußball-Weltverband fortsetzen könnte.

"Ich kann mir vorstellen, dass er bis Februar irgendwann auf die Idee kommen kann, zu sagen: Gut, wenn kein anderer Kandidat da ist, der mehrheitsfähig ist, dann mache ich halt weiter", sagte Rauball.

Dass es diesen mehrheitsfähigen Kandidaten tatsächlich nicht geben wird scheint durchaus möglich, nachdem UEFA-Boss Michel Platini, großer Favorit auf die Blatter-Nachfolge, wegen der umstrittenen Annahme von zwei Millionen Schweizer Franken ebenfalls ins Zwielicht geraten ist.

Rauball fordert Erklärung von Platini

Platini hatte die Rechtmäßigkeit der Zahlung mit einer fadenscheinigen Begründung erklärt. Angeblich, so die Ansicht des Franzosen, habe er das Geld für seine Beratertätigkeit bei der FIFA (1999 bis 2002) nur mit Verspätung erhalten, weil der Verband es finanziell nicht hätte bewerkstelligen können.

"Michel Platini wird der Öffentlichkeit und den Fußball-Fans glaubwürdig - darauf liegt die Betonung: glaubwürdig - erklären müssen, wie die Dinge gelaufen sind", forderte Rauball weiter.

Der Brief Platinis an die Mitgliedsverbände der UEFA habe dem 68-Jahre alten Juristen nämlich nicht gefallen. Dass er sich mit Verweis auf laufende Ermittlungen derzeit nicht im Detail äußern könne, kritisierte Rauball, sei nicht gut. Für das hohe Amt, das Platini bekleidet, "müsste er meiner Ansicht nach alles offen legen".

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