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So lief der Zahlungsfluss in der Vergabe um die WM 2006 laut DFB-Präsident Wolfgang Niersbach
So lief der Zahlungsfluss in der Vergabe um die WM 2006 laut DFB-Präsident Wolfgang Niersbach © SPORT1-Grafik: Gabriel Fehlandt/Getty Images/Imago

DFB-Präsident Wolfgang Niersbach hat in der Affäre um die Fußball-WM 2006 in Deutschland eine Erklärung zu verschiedenen Finanztransaktionen gegeben.

So lief der Zahlungsfluss der ominösen 6,7 Millionen Euro laut den Aussagen des damaligen Pressechefs des Organisationskomitees und heutigem DFB-Präsidenten.

Juli 2000: Deutschland erhält den Zuschlag für die Ausrichtung der Fußball-WM 2006.

Januar 2002: Das deutsche WM-Organisationskomitee und der Weltverband FIFA nehmen über mehrere Monate hinweg Verhandlungen über die Höhe des Organisationszuschusses der FIFA auf. Letztlich fordert FIFA-Präsident Joseph S. Blatter in einem Vier-Augen-Gespräch mit OK-Präsident Franz Beckenbauer von den WM-Machern zunächst eine Zahlung von zehn Millionen Schweizer Franken (6,7 Millionen Euro) als Voraussetzung für einen späteren Zuschuss der FIFA von 170 Millionen Euro.

Das OK verfügt noch nicht über eigene Mittel. Deswegen bietet Beckenbauer die Begleichung aus seinem Privatvermögen an. Sein Berater Robert Schwan lehnt das allerdings ab und aktiviert seinen persönlichen Kontakt zu adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus. Der Franzose erklärt sich bereit zu helfen und überweist die von Blatter geforderte Summe direkt an die FIFA-Finanzkommission.

Laut Niersbach nimmt das OK das Darlehen in seine Buchführung auf und schreibt die Verbindlichkeiten in den folgenden Jahren fort.

2004/2005: Dreyfus fordert sein Geld zurück. Entsprechende Verhandlungen über die Rückzahlungsmodalitäten werden aufgenommen.

April/Mai 2005: Dem Anschein nach stellt die FIFA beim WM-OK einen Antrag zur Bezuschussung der geplanten WM-Eröffnungsgala mit 6,7 Millionen Euro (zehn Millionen Schweizer Franken). Das OK-Präsidium und der Präsidial-Ausschuss des OK genehmigen laut Niersbach den Zuschuss, die Überweisung auf ein FIFA-Konto mit der Absicht des Ausgleichs der Dreyfus-Forderungen erfolgt

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