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UEFA-Präsident und FIFA-Präsidentschaftsanwärter Michel Platini ist für 90 Tage vom Fußball suspendiert
UEFA-Präsident und FIFA-Präsidentschaftsanwärter Michel Platini ist für 90 Tage vom Fußball suspendiert © Getty Images

Michel Platini kämpft um seine sportpolitische Zukunft und seine Kandidatur als FIFA-Präsident. Er hat weiterhin Mitstreiter - auch von anderen Kontinenten.

Michel Platini gibt auch im sportpolitischen Abseits nicht auf.

Im Kampf um seine Kandidatur als Präsident des Weltverbandes FIFA zieht Frankreichs Fußball-Idol nach seiner Suspendierung als FIFA-Vize und Chef des Europa-Verbandes UEFA alle Register und schart Verbündete um sich.

Der 60-Jährige selbst legte am Samstag nach Informationen der französischen Nachrichtenagentur AFP bei der FIFA-Berufungskommission fristgerecht Einspruch gegen seine 90-tägige Zwangspause ein.

Zugleich forderte Südamerikas Kontinentalverband CONMEBOL die Aufhebung von Platinis Suspendierung, während der französische Nationalverband FFF nach Angaben der Zeitung Le Parisien eine Klage gegen Platinis provisorische Sperre beim Internationalen Sportgerichtshof CAS vorbereitet.

"Unpassend und unangemessen"

"Die Suspendierung ist unpassend und unangemessen. Die Unschuldsvermutung muss in Betracht gezogen werden. Herr Platini ist für kein Vergehen schuldig gesprochen worden, so dass seine Suspendierung die Integrität des Prozesses für die Wahl eines neuen FIFA-Präsidenten infrage stellt", erklärte der CONMEBOL mit Blick auf Platinis Hoffnungen auf die Nachfolge des ebenfalls suspendierten FIFA-Bosses Joseph S. Blatter.

Der FFF will angeblich versuchen, die Suspendierung des Europameisters von 1984 beim CAS als einerseits inhaltlich unbegründet und andererseits grundsätzlich schädigend für seinen eigenen Ruf anzufechten.

Der Hintergedanke: Im Eilverfahren könnte in Lausanne eher eine Entscheidung fallen als in Platinis Berufungsverfahren bei der FIFA, so dass der einstige Weltstar möglicherweise schon wieder bei den Not-Konferenzen der UEFA-Exekutive am Donnerstag, 15. Oktober, und des FIFA-Vorstands am 20. Oktober (Dienstag) am Tisch sitzen könnte.

Geldtransfer weiter unerklärt

Zwei Tage nach dem sporthistorischen Sturz der beiden mächtigsten Fußball-Funktionäre auf dem Globus kristallisierte sich Platinis generelle Taktik jedenfalls weiter klar heraus: In der "Nachschlag-Affäre" um die Millionen-Zahlung der FIFA von 2011 für Platini sieht der UEFA-Chef im Vergleich zu seinem offiziell als "Beschuldigter" geführten Erzfeind Blatter die Verhältnismäßigkeit nicht gewahrt.

Klar ist aber auch, dass "Platoche" für den erhofften Befreiungsschlag endlich eine nachvollziehbare Erklärung für den dubiosen Geldtransfer benötigt.

Niersbach: "Es ist eine Belastung"

Was DFB-Präsident Wolfgang Niersbach zu dem allen sagt? Er bleibt bei einer Mischung aus vorsichtigen Distanzierung bei gleichzeitiger Ablehnung, den UEFA-Boss zu verdammen.

"Ich stehe zu meiner Meinung, dass es eine Belastung für ihn ist, nachdem er vor 14 Tagen noch der absolute Favorit war", sagte Niersbach am Sonntag bei einer Benefizveranstaltung in Leipzig: "Michel Platini hat ja selbst die Ethik-Kommission angerufen, und wenn die zu dieser provisorischen Entscheidung gekommen ist, da gibt es Instanzen und Wege, um diese Entscheidung anzufechten."

Nach Niersbachs Ansicht Platinis "gutes Recht": Er müsse die Chance bekommen "seine Sicht der Dinge auch juristisch in Ordnung zu bringen".

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