Video

Die Verantwortlichen des Verbands wehren sich geschlossen gegen die Aussagen des ehemaligen Präsidenten zur Vergabe der WM 2006 - und erheben selbst schwere Anschuldigungen.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat mit Unverständnis auf die jüngsten Aussagen vom ehemaligen DFB-Präsidenten Theo Zwanziger zu den Korruptionsvorwürfe rund um die WM 2006 reagiert.

"Er hätte die Vorwürfe in seiner Amtszeit selber angehen können. Ich frage mich ernsthaft, warum er das nicht getan hat. Unter Zwanziger hatten wir beim DFB eine Angst- und Krisenkultur", sagte DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock am Rande der Eröffnung des Deutschen Fußball-Museums in Dortmund.

Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff kann den Zeitpunkt von Zwanzigers Vorwürfen ebenfalls nicht nachvollziehen. "Seltsam ist es schon, dass er das nicht schon während seiner Amtszeit angegangen ist. Vielleicht hatte er andere Interessen zu verfolgen", sagte der Europameister von 1996.

Zwanziger: "Hat eindeutig schwarze Kasse gegeben"

Zwanziger bezichtigte seinen Amtsnachfolger Wolfgang Niersbach mit einem Frontalangriff im Nachrichtenmagazin Der Spiegel der Lüge und behauptete als erster Hochkaräter, es habe vor der WM 2006 "eindeutig eine schwarze Kasse in der deutschen Bewerbung" gegeben.

Außerdem sei 2002 der ominöse Millionen-Vorschuss von Robert Louis-Dreyfus beim katarischen Strippenzieher Mohamed Bin Hammam gelandet.

Zwanziger, ab 2003 selbst als Vize für Finanzen Mitglied des Organisationskomitees für die WM 2006, fuhr schweres Geschütz auf.

Löw vertraut Niersbach

"Es ist klar, dass der heutige DFB-Präsident davon nicht erst seit ein paar Wochen weiß, wie er behauptet, sondern schon seit mindestens 2005. So wie ich das sehe, lügt Niersbach", behauptete der 70-Jährige.

Niersbach äußerte sich zu den jüngsten Vorwürfen am Rande der Eröffnung des Museums zunächst nicht. Der 64-Jährige erhielt aber Rückendeckung von Bundestrainer Joachim Löw.

"Ich vertraue Wolfgang Niersbach zu 100 Prozent", sagte der Weltmeistercoach und fügte an: "Ich frage mich, warum die Dinge nicht früher zur Sprache gekommen sind."

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel