Video

Neue konkrete Beschuldigungen von Theo Zwanziger: Wolfgang Niersbach habe den Stimmenkauf mit seiner Unterschrift abgesegnet, auch Franz Beckenbauer bekommt etwas ab.

Mit "Kronzeuge" Theo Zwanziger hat das Nachrichtenmagazin Spiegel am Freitag seine Korruptionsvorwürfe gegen die Organisatoren der Fußball-WM 2006 in Deutschland erhärtet.

Der frühere DFB-Präsident Zwanziger erneuert in der neuesten Ausgabe offen die vor Wochenfrist noch von einem anonymen Informanten geäußerten Vorwurf gegen Günter Netzer: Demnach habe der ehemalige WM-Botschafter Netzer entgegen eines Dementis aus der Vorwoche in einem Gespräch mit Zwanziger den Kauf der vier Stimmen aus Asien bestätigt.

Zwanziger nennt weitere Details

Zwanziger lässt sich vom Spiegel auch als Zeuge im Fall der umstrittenen Notiz mit Initialen des früheren Adidas-Chefs Robert Louis-Dreyfus zitieren: "Ja, das ist für mich die Handschrift von Niersbach" sagte Zwanziger.

WM-Chef Franz Beckenbauer habe Zwanziger dessen Aussage zufolge "im August 2015 angebettelt, doch bloß nicht in der Sache mit den 6,7 Millionen Euro herumzubohren", schreibt das Magazin weiter.

Schließlich bezeugt Zwanziger auch, dass Louis-Dreyfus einen persönlich von Beckenbauer unterschriebenen Schuldschein besessen haben soll. Zwanziger soll laut Spiegel im Extremfall zur Wiederholung seiner Behauptungen vor Gericht bereit sein. Gegebenenfalls würde er auch eine eidesstattliche Erklärung abgeben.

Bereits vor der Komplettveröffentlichung seines Artikels hatte der Spiegel am Freitagnachmittag neue Vorwürfe gegen die WM-Macher erhoben. Demnach behauptete Zwanziger, dass es "in der WM-Bewerbung eindeutig schwarze Kassen gegeben" habe. Zudem nannte der Ex-Funktionär seinen Nachfolger wegen des Zeitpunktes der Kenntnisnahme der Dreyfus-Millionen als Lügner.

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel