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DFB-Zentrale
Wegen der Affäre um die WM-Vergabe 2006 wird von gemeinnützigen Organisationen mehr Transparenz gefordert © Getty Images

Der wissenschaftliche Beirat des Bundesfinanzministeriums fordert in der Diskussion um den Deutschen Fußball-Bund (DFB) mehr Transparenz bei gemeinnützigen Organisationen.

"Wenn der Staat in erheblichem Umfang steuerliche Privilegien vergibt, dann müssen diejenigen, die davon profitieren, mehr Transparenz zeigen. Es ist im allgemeinen Interesse, zu wissen, in welchem Umfang solche Vorteile von Vereinen beansprucht werden", sagte der Vorsitzende des Gremiums, Thiess Büttner, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Samstagsausgabe).

Der Volkswirtschaftsprofessor von der Universität Erlangen-Nürnberg nahm auch die öffentliche Hand in die Pflicht, Licht in die Förderung von Großverbänden und auch Fußballklubs zu bringen.

"Es wäre zu einfach, wenn der Staat den Schwarzen Peter an die Vereine gibt. Er müsste auch selbst offenlegen, welche öffentlichen Mittel als Subventionen aufgewendet werden - auch für den Sport. Hier hat der Staat die erste Informationsbringschuld", sagte Büttner.

Am Dienstagmorgen hatten Steuerfahnder neben der DFB-Zentrale in Frankfurt/Main auch das Privatanwesen von Niersbach sowie von dessen Vorgänger Theo Zwanziger und vom ehemaligen DFB-Schatzmeister Horst R. Schmidt durchsucht. Der Verdacht lautet auf Steuerhinterziehung in einem "besonders schweren Fall".

Dem DFB könnte im Zuge der Affäre eine Neubewertung seines steuerlich günstigen Status' der Gemeinnützigkeit drohen. Ganz allgemein werden "Ermittlungsergebnisse von den Finanzämtern stets zum Anlass genommen, einen Fall erneut rechtlich zu beurteilen", sagte Karsten Pflock, Sprecher der Oberfinanzdirektion Frankfurt, und bestätigte damit einen Bericht der SZ vom Donnerstag.

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