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Eintracht Frankfurt v FC Bayern Muenchen - Bundesliga
Matthias Sammer verteidigt Franz Beckenbauers Interview und fordert Aufklärung in der WM-Affäre © Getty Images

Sportvorstand Matthias Sammer vom Rekordmeister Bayern München hat mit Blick auf die Affäre um die WM 2006 in Deutschland zu mehr Besonnenheit aufgerufen.

"Wir müssen ein paar Dinge aufklären, das ist richtig. Es ist aber nicht passiert, was im Ansatz damit vergleichbar ist, was in der letzten Woche geschehen ist", sagte Sammer acht Tage nach dem Terror von Paris im ZDF.

Deshalb sei das Verhalten des ehemaligen WM-OK-Chefs Franz Beckenbauer, der sich erst am Samstag nach wochenlangem Schweigen in der SZ öffentlich zur Affäre geäußert hatte, nach Sammers Sicht "sehr, sehr richtig und gut".

Der 48-Jährige führte aus: "Er hat vielleicht über die Normalität gesprochen, die vielleicht keiner hören will in Deutschland. Wir müssen bohren, wir müssen finden, wir müssen mit dem Finger auf andere zeigen. Das sind aber in der Regel die, die sich 2006 selbst am meisten gefeiert haben."

Dass Wolfgang Niersbach als Folge des Skandals seinen Rücktritt als Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) erklärt hat, bedauert der Bayern-Sportvorstand, "weil er für mich eine gute, verlässliche und loyale Figur abgegeben hat. Es ist schlimm genug, dass wir jetzt überhaupt die Diskussion haben". Deshalb mahnte Sammer erneut, man solle die Ereignisse "entspannt und miteinander aufklären. Mit dem Ideal, dass sich die Dinge wieder beruhigen".

Schließlich sei die WM ein Ereignis gewesen, "das Deutschland verändert" habe, wie Sammer betonte: "Leider redet darüber gar keiner mehr. Wir sollten aufpassen, dass wir nicht unser fantastisches Sommermärchen weiter in Grund und Boden reden."

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