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Otto Schily
Otto Schily war Mitglied des OK-Aufsichtsrates © Getty Images

Im Vorlauf der ominösen Millionen-Zahlung des Organisationskomitees der WM 2006 in Deutschland (OK) an den Weltverband FIFA im Jahr 2005 soll dem damaligen Bundesinnenminister Otto Schily ein Versäumnis unterlaufen sein. Das berichtet das Nachrichtenmagazin Spiegel in seiner Samstag-Ausgabe.

Schily, schreibt das Magazin, habe demnach im Frühjahr 2005 als seinerzeitiges Mitglied des OK-Aufsichtsrates bei der Planung der vorgeblichen Beteiligung des OK an der WM-Eröffnungsgala in Höhe von 6,7 Millionen Euro wider besseren Wissens in dem Kontrollgremium nicht nachgefasst.

Denn 2004 soll der Politiker in seiner Funktion als Mitglied der Bundesregierung laut Spiegel zusammen mit dem inzwischen suspendierten FIFA-Boss Joseph S. Blatter (Schweiz) eine Vereinbarung über die Übernahme "aller Kosten" für die Gala durch den Weltverband unterzeichnet haben.

Tatsächlich war zwischen den WM-Machern und der FIFA ursprünglich abgemacht worden, dass der finanzielle Aufwand für die Gala komplett vom Weltverband getragen wird. Inwieweit der Absprache ein von Schily und Blatter unterschriebenes Dokument zugrunde liegt, ist nicht bekannt.

Wegen der angeblichen Forderung des früheren adidas-Chefs Robert Louis-Dreyfus nach Rückzahlung seines mutmaßlichen Darlehens für die WM-Organisatoren aus dem Jahr 2002 soll die OK-Spitze nach Darstellung mehrerer Präsidiumsmitglieder später eine Beteiligung der deutschen WM-Organisatoren an den Gala-Kosten zur Tarnung des wirklichen Zwecks als "Legende" vorgeschoben haben.

Wohin die vom OK-Aufsichtsrat für den Gala-Beitrag bewilligten 6,7 Millionen Euro nach der Überweisung an die FIFA letztlich geflossen sind, ist bislang völlig offen.

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