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Syriens Trainer Fajr Ibrahim (l.) und Nationalspieler Osama Omari
Syriens Trainer Fajr Ibrahim (l.) und Nationalspieler Osama Omari © Getty Images

Mit einer bizarren Aktion hat Syriens Nationalmannschaft Propaganda für den heimischen Diktator Bashar al-Assad betrieben.

Zu einem Pressetermin vor dem WM-Qualifikationsspiel am Dienstag in Singapur (2:1) erschienen Trainer Fajr Ibrahim und Mittelfeldspieler Osama Omarin in weißen T-Shirts mit einem Foto des umstrittenen Staatschefs und der Aufschrift "Der beste Mann der Welt".

Kritik an Schweigeminute

Ibrahim kritisierte zudem die angeordnete Schweigeminute vor der Partie.

"Wir stehen jetzt 30 Sekunden für die Franzosen auf, aber niemand steht auch nur eine Sekunde für alle getöteten Syrer auf. Das solltet ihr wissen", sagte er.

Assad hatte am vergangenen Wochenende die Terror-Anschläge von Paris als Ergebnis "fehlgeleiteter Politik" Frankreichs und anderer westlicher Staaten bezeichnet.

Seine Ablösung galt allerdings schon zuvor als ein erstrebenswerter Schlüssel zur Beruhigung der Nahost-Problematik.

"Er ist mein Präsident"

Vor dem Hintergrund des seit Jahren tobenden Bürgerkriegs in Syrien hatte die Terror-Organisation IS, die sich für die Anschläge in Paris verantwortlich erklärte, im Land ein Netzwerk aufgebaut, Terror-Camps zur Vorbereitung von Anschlägen im Ausland errichtet und Rückzugsgebiete für Attentäter geschaffen.

Syriens Fußballer scheinen die Debatte um ihren Staatspräsidenten gleichwohl für unangemessen zu halten.

"Er ist mein Präsident, ich kümmere mich nicht um Frankreich oder andere, sondern schaue auf mein Land", sagte Ibrahim auch im Namen seiner Spieler: "Wir sind sehr stolz auf ihn, denn dieser Mann bekämpft den Terrorismus in der ganzen Welt, und er kämpft für alle Menschen."

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