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Die Wahl des neuen AFA-Präsidenten wurde für ungültig erklärt
Die Wahl des neuen AFA-Präsidenten wurde für ungültig erklärt © Getty Images

Zu einer Farce ist beim argentinischen Fußball-Verband AFA die Wahl eines neuen Präsidenten geraten.

Bei der Abstimmung über einen Nachfolger des 2014 verstorbenen AFA-Bosses Julio Grondona auf dem Wahlkongress in Buenos Aires enthielt das Endergebnis eine Stimme mehr als die zuvor festgestellte Zahl der wahlberechtigten Delegierten.

Die Wahl wurde daraufhin für ungültig erklärt. Die Hintergründe für die Manipulation sind ebenso noch offen wie ein neuer Termin für die Präsidenten-Wahl.

Die Auszählung ergab jeweils 38 Stimmen sowohl für Interimspräsident Luis Segura als auch den populären TV-Moderator Marcelo Tinelli. Allerdings durften lediglich 75 Funktionäre ihr Votum abgeben.

Beobachter halten eine Verfälschung der Wahl durch Seilschaften aus der 35 Jahre langen Grondona-Ära für durchaus denkbar. Segura hatte nach dem Tod des als korrupt angesehenen Verbandschefs, der beim Weltverband FIFA über Jahrzehnte ebenfalls zum engsten Führungszirkel gehört hatte, die AFA-Lenkung übernommen und gilt als Besitzstandswahrer.

Der 82-Jährige ist in Personalunion auch Präsident des Erstligisten Argentinos Juniors und außerdem Schatzmeister des südamerikanischen Kontinentalverbandes.

Erst am Donnerstag war CONMEBOL-Boss und FIFA-Vizepräsident Juan Angel Napout (Paraguay) am Rande der FIFA-Exekutivsitzung in Zürich wegen Korruptionsverdachtes aufgrund eines US-Haftbefehls festgenommen worden.

Im Kontrast zu Segura präsentierte sich Tinelli als Erneuerer. Der Publikumsliebling hat als Vizepräsident des Erstligisten San Lorenzo gute Kontakte zu Papst Franziskus, der als prominentester Anhänger des Klubs gilt, und als Moderator einer beliebten Fußball-Sendung ShowMatch eine große Fan-Gemeinde im Land.

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