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Theo Zwanziger (r.) übt Kritik an Franz Beckenbauer
Franz Beckenbauer (l.) war Chef des WM-OK 2006 © Getty Images

Die FIFA-Ethikkommission nimmt nach Niersbach offenbar auch Franz Beckenbauer und Theo Zwanziger ins Visier. Letzterer sieht die Ankündigung demonstrativ gelassen.

Nach dem zurückgetretenen DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach sind nun offenbar auch Franz Beckenbauer und Theo Zwanziger ins Visier der FIFA-Ethikkommission geraten.

Wie die Bild berichtet, werden gegen Beckenbauer und Niersbachs Vorgänger Zwanziger Ermittlungen eingeleitet. Dabei soll es vor allem um die ominöse Zahlung von 6,7 Millionen Euro an die FIFA im Vorfeld der WM-Vergabe an Deutschland gehen.

Aber auch der dubiose Vertag zwischen Beckenbauer und dem mittlerweile lebenslang gesperrten FIFA-Funktionär Jack Warner soll Gegenstand der Ermittlungen sein. Dieser angeblich nie umgesetzte Kontrakt wird von der DFB-Interimsführung als Bestechungsversuch gewertet.

"Wenn sie ermitteln wollen, dann sollen sie es doch endlich tun", sagte Zwanziger dem SID am Mittwoch: "Ich setze mich mit solchen Ankündigungsparolen nicht auseinander. Es wird, was mich betrifft, ohnehin nichts dabei herauskommen." 

Wie auch im Fall Niersbach will die Ethikkommission dem Bericht zufolge den Prüfbericht der Wirtschaftskanzlei Freshfields abwarten, in dem die Vorgänge rund um den DFB-Skandal aufgearbeitet werden.

Dieser soll voraussichtlich im Februar vorliegen.

Andreas Bantel, Sprecher der Ethikkommission, verweigerte am Mittwoch einen Kommentar zu möglichen zukünftigen Ermittlungen. Er sagte aber: "Derzeit läuft kein formelles Verfahren gegen Wolfgang Niersbach, Franz Beckenbauer oder Theo Zwanziger."

Nach den Achtjahressperren gegen FIFA-Präsident Sepp Blatter und UEFA-Präsident Michel Platini geraten somit die Spitzenfunktionäre des "Sommermärchens" im Zuge der WM-Affäre 2006 verstärkt in den Fokus.

Beckenbauer war 2014 von den FIFA-Ethikern bereits für 90 Tage gesperrt worden, weil er einen Fragenkatalog zur Vergabe der WM 2022 an Katar nicht beantwortet hatte. Nach zwei Wochen wurde die Sperre aufgehoben, nachdem er die Antworten nachgereicht hatte.

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