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FBL-FIFA-CORRUPTION-APPEAL-PLATINI
Michel Platini will gegen eine angebliche Vorverurteilung vorgehen © Getty Images

Die Anwälte des stark unter Druck geratenen UEFA-Präsidenten Michel Platini versuchen, vor der Anhörung der FIFA-Ethikkommission am 18. Dezember in die Offensive zu gehen.

Wie die Rechtsbeistände des suspendierten Franzosen am Samstag mitteilten, könnte Platini seine für kommende Woche geplante Aussage vor der rechtsprechenden Kammer der Ethik-Kommission des Fußball-Weltverbandes FIFA womöglich verweigern.

Grund für den Vorstoß aus dem Platini-Lager ist eine angebliche Vorverurteilung des 60-Jährigen.

Andreas Bantel, ein Sprecher der Ethikkommission, hatte am vergangenen Freitag im Gespräch mit der französischen Sporttageszeitung L'Equipe gesagt, Platini werde voraussichtlich für einige Jahre gesperrt werden.

Diese Aussage werteten Platini und seine Anwälte als "erheblichen Verstoß gegen die Unschuldsvermutung". Allerdings ist Bantel Sprecher der ermittelnden Kammer und hat damit keinen Einfluss auf das Urteil der rechtsprechenden Kammer, was den Platini-Vorstoß als taktisches Manöver erscheinen lässt.

"Die Frage, ob Michel Platini (bei der Anhörung, d. Red.) anwesend sein wird, ist noch nicht beantwortet", sagte Anwalt Thibaud d'Ales der Nachrichtenagentur AFP und nannte die Ermittlungen der Ethikkommission "eine Maskerade".

Das Gremium sei ein politisches Tribunal, das verurteilt, bevor ein Urteil gesprochen wurde und es in der Öffentlichkeit vollstrecke.

Platini ist von der Ethikkommission wegen einer dubiosen Millionen-Zahlung vom ebenfalls suspendierten FIFA-Boss Jospeh S. Blatter (Schweiz) mit einer provisorischen Sperre über 90 Tage belegt worden, die der Internationale Sportgerichtshof CAS am Freitag bestätigte.

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