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Die CONMEBOL-Zentrale wurde im Zuge des FIFA-Skandals durchsucht
Die CONMEBOL-Zentrale wurde im Zuge des FIFA-Skandals durchsucht © Getty Images

Die paraguayische Polizei hat im Zuge der Ermittlungen im Korruptionsskandal innerhalb der FIFA zehn Stunden lang sämtliche Büros und Abteilungen in der Zentrale des südamerikanischen Fußball-Kontinentalverbandes CONMEBOL in der Nähe der Hauptstadt Asuncion durchsucht und etliche Dokumente aus den Jahren 1991 bis 2015 konfisziert.

Das teilte Staatsanwalt Hernan Galeano mit. Die Durchsuchung war auf Antrag des US-Justizministeriums eingeleitet worden.

Unter anderem wurden Verträge zwischen der CONMEBOL und etlichen für die Copa Libertadores de America und Copa America zuständigen Marketing-Agenturen beschlagnahmt. Speziell rund um diese beiden Turniere sollen Bestechungsgelder für die Erteilung von Vermarktungs- und TV-Rechten geflossen sein.

Verbandsanwalt Alfredo Mantanro nannte die Durchsuchung "unverantwortlich" und "sehr merkwürdig". Der Verband habe mit den Justizbehörden der USA kooperiert, sagte er in einem Radio-Interview.

Die US-Behörden ermitteln gegen 16 hochrangige Fußball-Funktionäre aus dem lateinamerikanischen Raum. Ihnen wird im Zusammenhang mit der Vergabe von TV-Rechten Verwicklung in Korruptionsdelikte vorgeworfen.

Der frühere CONMEBOL-Präsident Juan Angel Napout (Paraguay) war im Zuge der Ermittlungen aus der Schweiz an die USA ausgeliefert worden und plädierte vor einem New Yorker Gericht auf "nicht schuldig". Die CONMEBOL ist die Dachorganisation von zehn südamerikanischen Fußballverbänden.

Eugenio Figueredo hatte nach der Auslieferung in seine Heimat Uruguay gestanden, seit seinem Aufstieg in die CONMEBOL-Exekutive Anfang der 90er Jahre und auch noch während seiner Amtszeit als CONMEBOL-Chef von 2013 bis zum vergangenen Mai mehrere Millionen Dollar an Bestechungsgeldern kassiert zu haben.

Er berichtete über ein Korruptionsnetzwerk innerhalb des Dachverbandes, das jeden Wettbewerb um Marketing- und TV-Rechte unmöglich gemacht habe.

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