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Michel Platini ist von der FIFA bis 2023 gesperrt
Michel Platini ist von der FIFA bis 2023 gesperrt © Getty Images

Michel Platini zieht sich aus dem Wahlkampf für die Präsidentschaft der FIFA zurück. Der Franzose hatte zuvor immer betont, für das Präsidenten-Amt kämpfen zu wollen.

Rien ne va plus - nichts geht mehr für Michel Platini: Der für acht Jahre gesperrte Präsident der Europäischen Fußball-Union (UEFA) zieht seine Kandidatur für das höchste Amt beim Weltverband FIFA zurück.

"Mir fehlt einfach die Zeit, Wahlkampf zu betreiben, gegen andere Kandidaten anzutreten. Wie soll ich dann eine Wahl gewinnen?", sagte der Franzose in einem am Freitag in der Sporttageszeitung L'Equipe erscheinenden Interview.

Lange Sperre durch Ethikkommission

Platini war wie FIFA-Präsident Joseph S. Blatter kurz vor Weihnachten von der Ethikkommission des Weltverbandes für acht Jahre gesperrt worden. Zum Verhängnis wurde dem einst so mächtigen Duo die dubiose Zahlung von 1,8 Millionen Euro, die Platini im Jahr 2011 von Blatter angeblich für lange zurückliegende Beratertätigkeiten (von 1998 bis 2002) erhalten hatte.

Die Ermittler vermuten Schmiergeld für Blatters Sieg bei der Präsidentschaftswahl im Sommer 2011. Die FIFA-Richter sahen keine rechtliche Grundlage für die Zahlung.

Platini wehrt sich gegen Urteil

Das Ethik-Urteil sei "ein Schlag ins Gesicht" gewesen, sagte Platini danach und kündigte einen harten Kampf für seine Kandidatur bei der FIFA-Präsidentenwahl am 26. Februar an. "Ich werde gegen diese Ungerechtigkeit kämpfen - von Instanz zu Instanz. Ich wurde mit Joseph S. Blatter in einen Sack gesteckt", sagte Platini und drohte mit dem Gang vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS: "Da beginnt das Spiel erst richtig".

Für seine Unschuld will der 60-Jährige auch weiterhin kämpfen - auch vor dem CAS. "Mit diesem Rückzug widme ich mich nun ganz meiner Verteidigung", erklärte er im L'Equipe-Interview. Für sein Ziel, an die Spitze des Weltverbandes aufzusteigen, kommen diese Bemühungen aber zu spät.

Noch fünf Kandidaten

Fünf Kandidaten wollen damit Nachfolger des Schweizers Blatter werden. Die FIFA-Wahlkommission hat Scheich Salman bin Ibrahim Al Khalifa (Bahrain), den Jordanier Prinz Ali bin Al Hussein, den Franzosen Jérôme Champagne, UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino (Schweiz) sowie den Südafrikaner Tokyo Sexwale zugelassen.

Nachmeldungen sind theoretisch noch bis zum 26. Januar möglich.

Bei der UEFA warf nach Platinis-Sperre bisher Vizepräsident Michael van Praag seinen Hut in den Ring. Bevor er öffentlich kandidiere, müsse Platini jedoch alle juristischen Möglichkeiten gegen seine Achtjahressperre ausgeschöpft haben, sagte der niederländische Verbandsboss.

Am Donnerstagabend teilte die UEFA der Nachrichtenagentur AFP mit, dass sie Platini "weiterhin in seinem Recht auf ein ordentliches Verfahren" unterstütze. Er solle die Möglichkeit erhalten, seinen Namen reinzuwaschen.

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