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Die FIFA brummt Franz Beckenbauer ein Geldstrafe und eine Ermahnung auf. Der Weltverband wirft dem "Kaiser" mangelnde Kooperationsbereitschaft vor.

Blaues Auge für den Kaiser: Franz Beckenbauer ist in seiner persönlichen "FIFA-Affäre" rund um seine Stimmabgabe bei den umstrittenen WM-Vergaben 2018 an Russland und 2022 an Katar mit einer niedrigen Geldstrafe sowie einer Verwarnung davongekommen.

Der 70 Jahre alte Ex-Funktionär des Fußball-Weltverbands muss wegen seiner "mangelnden Kooperationsbereitschaft" lediglich 7000 Schweizer Franken (umgerechnet rund 6300 Euro) zahlen.

Weil "Herr Beckenbauer" nach anfänglicher Verweigerung "anschließend die Bereitschaft zur Kooperation gezeigt" habe, fiel die Strafe so niedrig aus, teilte die rechtsprechende Kammer der FIFA-Ethikkommission am Mittwoch mit.

Nicht auf Fragen reagiert

Zuletzt hatten die FIFA-Richter auch vor den ganz großen Namen nicht mehr halt gemacht: FIFA-Präsident Joseph S. Blatter (79), sein Generalsekretär Jerome Valcke (55) und UEFA-Präsident Michel Platini (60) wurden für die kommenden Jahre wegen anderer, schwererer Vergehen aus dem Verkehr gezogen.

Beckenbauer, der von 2007 bis 2011 im FIFA-Exekutivkomitee saß und die WM-Vergaben im Dezember 2010 mitgetragen hat, war bereits am 13. Juni 2014 provisorisch für 90 Tage gesperrt worden, weil er auf die Fragen der ermittelnden Kammer nicht reagiert hatte.

Die Sperre wurde am 27. Juni 2014 wieder aufgehoben. Damals hatte der Kaiser demonstrativ auf eine Reise zur WM 2014 in Brasilien verzichtet, er selbst sprach von einem "Aprilscherz".

Unzureichende Zusammenarbeit

Seine als unzureichend bewertete Zusammenarbeit mit den Ethikern erläuterte Beckenbauer damals mit den lediglich in englischer Sprache aufgeführten Fragen des damaligen Chefermittlers Michael J. Garcia (USA).

Die Kommission sprach am Mittwoch von einem angefragten persönlichen Interview sowie schriftlich gestellten Fragen auf deutsch und englisch.

Beckenbauer hatte nur kurze Zeit nach dem Zuschlag für Russland eine Repräsentanten-Aufgabe beim russischen Energieriesen Gazprom erhalten. Auch in Bezug zu Katar waren dem Kaiser geschäftliche Interessen unterstellt worden.

WM-Skandal 2006 noch außen vor

Die WM-Affäre 2006, in die Beckenbauer mutmaßlich tief verstrickt ist, spielte bei der ausgesprochenen Sanktion keine Rolle, wie die Ethikkommission ausdrücklich betonte. Allerdings gilt es als sicher, dass der deutsche Skandal im laufenden Jahr ebenfalls von den Ethikjägern beleuchtet werden wird.

Die Ermittler werden voraussichtlich nach der Veröffentlichung des Berichts der Kanzlei Freshfields (am 4. März) aktiv werden.

Zumindest die Eröffnung eines formellen Verfahrens gegen den ehemaligen Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Wolfgang Niersbach, der mit OK-Chef Beckenbauer im WM-Organisationskomitee saß, muss die Ethikkommission öffentlich machen, da Niersbach als deutscher Vertreter weiterhin im FIFA-Exko sitzt.

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