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FBL-FIFA-INFANTINO
Gianni Infantino ist derzeit noch UEFA-Generalsekretär © Getty Images

Siegessicher geht der Schweizer Gianni Infantino in den Wahlkampf um das FIFA-Präsidentenamt am 26. Februar in Zürich. Die Hälfte der Stimmen habe er bereits sicher.

FIFA-Präsidentschaftskandidat Gianni Infantino hat laut eigener Aussage die Wahl beim Fußball-Weltverband eigentlich schon gewonnen.

"105", antwortete der 45-järhige Schweizer im Welt-Interview auf die Frage, wie viele Stimmen er für die Abstimmung am 26. Februar in Zürich sicher habe. Ab dem zweiten Wahlgang reicht dort die einfach Mehrheit der 209 Stimmen aus den FIFA-Nationalverbänden.

Einige UEFA-Stimmen nicht sicher

Ob es aber wirklich schon 105 Stimmen sind, ist fraglich. Das Machtgefüge im Weltfußball ist komplex, "sichere" Stimmen gibt es nicht viele. Selbst die UEFA-Verbände (53 Nationen) werden nicht alle für Infantino stimmen, auch wenn das UEFA-Exekutivkomitee, das den Wahlkampf ihres Generals mit 500.000 Euro finanziert, gerne so hätte.

Offizielle Infantino-Unterstützung gab es zudem aus dem südamerikanischen Dachverband CONMEBOL (10 Stimmen) und von einem Teil der Verbände aus Nord- und Mittelamerika sowie der Karibik (CONCACAF/35). Das sind aber immer noch keine 105.

Zu seiner Motivation, neuer FIFA-Präsident zu werden, sagte Infantino: "Es ist wahr, dass ich vor ein paar Monaten noch nicht über eine Kandidatur nachgedacht habe. Aber manchmal im Leben gibt es Situationen, in denen man Entscheidungen treffen muss. Als ich gesehen habe, was (bei der FIFA, d. Red.) passiert, war mir klar, dass ich mich nicht einfach zurücklehnen und dabei zusehen kann, wie alles zerstört wird oder sich selbst zerstört. Es muss etwas getan werden, und zwar für den Fußball."

Vier Rivalen für Infantino

Infantino tritt gegen Scheich Salman bin Ibrahim Al Khalifa aus Bahrein (50), Prinz Ali bin Al Hussein (40/Jordanien), den Franzosen Jérôme Champagne (57) und, Stand jetzt, Tokyo Sexwale (62/Südafrika) an. Im ersten Wahlgang benötigt der Sieger, der Joseph S. Blatter (79) beerbt, zwei Drittel der Stimmen. Ab der zweiten Runde fliegt der jeweils schwächste raus.

"Weil ich den Fußball liebe", sagte Infantino zu der Frage, warum er der beste Kandidat sei: "Ich organisiere Fußballturniere, seit ich elf, zwölf Jahre alt bin. Der Fußball hat mir viel gegeben, jetzt möchte ich etwas zurückgeben. Ich reise im Moment durch die Welt und treffe Menschen, die Fußball unter schwierigsten Bedingungen organisieren. Da möchte ich ansetzen, da möchte ich helfen. Deswegen bin ich der beste Kandidat."

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