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Wolfgang Niersbach will Gianni Infantino als neuen FIFA-Präsidenten
Wolfgang Niersbach will Gianni Infantino als neuen FIFA-Präsidenten © Getty Images

Der Ex-DFB-Präsident wünscht sich UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino als neuen FIFA-Präsidenten. Das Ansehen des DFB hätte durch die WM-Affäre keinen Schaden genommen.

Für den früheren DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach ist die Verabschiedung des FIFA-Reformpakets am 26. Februar in Zürich "von existenzieller Bedeutung" für den Fußball-Weltverband.

"Ein Scheitern wäre ein Alptraum und würde beim Kongress die anschließend angesetzte Präsidentschaftswahl überschatten", sagte der Ex-Boss des Deutschen Fußball-Bundes, der weiterhin im FIFA-Exekutivkomitee sitzt.

Das höchste Gremium der FIFA sei aber "zuversichtlich, dass das Reformpaket angenommen wird, weil alle Kontinentalverbände in der Reformkommission vertreten waren und die Vorschläge im absoluten Konsens verabschiedet wurden", sagte Niersbach: "Der Aufbruch zu neuen Ufern, der schon so oft proklamiert wurde, muss nun definitiv gelingen."

Die nötige Dreiviertelmehrheit der maximal 209 Stimmen bliebe dennoch "eine hohe Hürde".

Bei der anschließenden Wahl hofft Niersbach, der im Zuge der WM-Affäre 2006 beim DFB zurückgetreten war, auf UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino.

"Ich sage mit voller Überzeugung, dass er der beste Kandidat ist", äußerte Niersbach: "Er bringt die Erfahrung und alle fachlichen Voraussetzungen mit, um die FIFA wieder auf einen sicheren Kurs zu bringen. Er ist dabei nicht nur in Europa fachlich hoch anerkannt. Und dass er ein Sprachgenie ist, ?rundet sein Profil positiv ab. Von ihm selber weiß ich, dass es keine Deals mit anderen Kandidaten gibt."

Der zweite Favorit der Wahl, Scheich Salman bin Ibrahim Al Khalifa (50/Bahrain), den Niersbach "im FIFA-Exko als einen sehr sachlich auftretenden Mann kennengelernt" habe, sei "gut beraten", sich im Vorfeld der Wahl "eindeutig" zu den Vorwürfen in Sachen Menschenrechte zu erklären.

"Die Menschenrechtsfrage ist von zentraler Bedeutung. An die Spitze der FIFA kann nur eine Person gewählt werden, die gerade auch in dieser Hinsicht völlig unbelastet ist", sagte Niersbach.

Die WM-Affäre des DFB sei in den vergangenen Monaten hingegen nur "ein Randthema" in den internationalen Gremien gewesen.

"Das internationale Ansehen des DFB ist nach meiner Wahrnehmung unverändert gut", sagte Niersbach: "Obwohl die Mandate bei FIFA und UEFA? durch persönliche Wählen zustande kommen, ist es für mich eine Selbstverständlichkeit, die Interessen des deutschen Fußballs wahrzunehmen, mich dabei mit dem DFB-Präsidium abzustimmen und regelmäßig zu informieren. Dies ist auch im Vorfeld des Kongresses geschehen. Unser Verhältnis ist intakt."

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