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Wieder nur ein Remis: Spaniens Koke musste sich in Rumänien mit einer Nullnummer begnügen © Getty Images

Zwei Monate vor dem EM-Start läuft's bei Spanien schleppend. In Rumänien machen ausgerechnet Mittelfeld und Sturm Sorgen. Der Trainer bemüht Parolen.

Nicht nur die deutsche Nationalmannschaft hinterlässt rund zehn Wochen vor dem Beginn der Europameisterschaft in Frankreich Zweifel.

Titelverteidiger Spanien sucht vergeblich nach seiner Form von 2012.

1:1 gegen Italien, 0:0 gegen Rumänien - der Auftakt der Iberer ins EM-Jahr fiel äußerst bescheiden aus. Das Unentschieden in Italien war zwar alles andere als eine Katastrophe, doch die Nullnummer in Rumänien stellte keinen der Beteiligten zufrieden - auch wenn bloß eine bessere B-Elf auf dem Rasen stand.

"Was ist nur los?", fragt Spaniens größte Sportzeitung Marca am Ostermontag - und bezeichnet die Mannschaft von Vicente del Bosque als "blass", "müde" und "ideenlos".

"Das wird schon. Wenn Spieler wie Iniesta oder Busquets zurückkehren, werden wir bessere Leistungen zeigen", beschwichtigte dagegen der Nationalcoach nach dem schwachen Kick in Cluj. 

Del Bosque hat ein Identitätsproblem

Dass sich die Probleme der Spanier mit dem Comeback des aktuell verletzten Mittelfeld-Duos aus Barcelona in Luft auflösen, ist indes eine sehr optimistische These.

Seit dem Debakel bei der Weltmeisterschaft versucht del Bosque, seiner Mannschaft eine neue Identität zu verleihen - vergeblich.

Del Bosque werkelte zuletzt munter an seinem Kader, ließ seit dem Gruppenphasen-Aus in Brasilien 18 Spieler debütieren. Doch der frische Wind blieb aus.

Ohne die zurückgetretenen Taktgeber Xavi und Xabi Alonso klafft vor allem im Mittelfeld eine große Lücke. Eine offenbar noch zu große für die Nachwuchsgeneration um Koke, Isco und Bayerns Thiago. 

Fabregas und Co. außer Form

Hinzu kommt, dass die gestandenen England-Legionäre Cesc Fabregas, Pedro (beide Chelsea), Juan Mata (Manchester United) und David Silva (Manchester City) seit Monaten unter ihren Möglichkeiten agieren.

Und im Sturm fehlt seit den Rücktritten von David Villa und Fernando Torres ohnehin ein echter Knipser.

Chelseas Diego Costa passt nicht zur ballbesitzorientierten Spielweise der Spanier, Juventus Turins Alvaro Morata hat zumindest im Nationaldress mit Formschwankungen zu kämpfen.

Dass Del Bosque mit Bilbaos Aritz Aduriz einen 35-jährigen Angreifer ins Team berufen hat, unterstreicht die Offensivflaute der "Furia Roja".

Fast makellose EM-Quali, aber...

Und: Die EM-Qualifikation verlief mit neun Siegen, einer Niederlage und 23:3 Tore nahezu tadellos, war angesichts der Gruppengegner aber kein wirklicher Gradmesser.

Gegen Kontrahenten wie Luxemburg, Mazedonien oder Weißrussland konnte der Titelverteidiger seine Makel gut kaschieren.

Fakt aber ist: Spanien verfügt drei Testspiele vor dem EM-Start weder über eine eingespielte Elf noch über ein festes System. Die Zeit läuft davon.

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