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Der frühere FIFA-Präsident weiß laut eigenen Angaben nichts von der deutsche Millionenzahlung nach Katar. Sepp Blatter möchte aber zur Aufklärung der Affäre beitragen.

Der frühere FIFA-Präsident Joseph S. Blatter war laut eigener Aussage nicht in die dubiose deutsche Millionenzahlung im Jahr 2002 nach Katar involviert.

"Ich auf alle Fälle nicht. Ich bin nicht eingespannt gewesen", sagte der Schweizer im SID-Interview.

Warum das Organisationskomitee der WM 2006 vor 14 Jahren zehn Millionen Schweizer Franken über die Umwege eines Kontos von Franz Beckenbauer mutmaßlich in Richtung des Skandal-Funktionärs Mohamed bin Hammam überwiesen hat, bleibt damit weiter offen.

"Ich weiß es nicht", sagte Blatter mit Blick auf den Untersuchungsbericht der Wirtschaftskanzlei Freshfield, der am vergangenen Freitag vorgestellt worden war.

Blatter will zur Aufklärung beitragen

In der Version der damals Verantwortlichen um WM-OK-Chef Beckenbauer dienten die umgerechnet 6,7 Millionen Euro als Vorleistung, damit der Deutsche Fußball-Bund (DFB) vom Weltverband FIFA einen Zuschuss in Höhe von 170 Millionen Euro bekommt. Überwiesen wurde aber an eine Firma in Katar, nicht an die FIFA.

Weil am Ende Robert Louis-Dreyfus das Geld vorgestreckt hatte, erfolgte 2005 eine allerdings absichtlich falsch deklarierte Rückzahlung an den inzwischen verstorbenen Ex-Boss des Sportartikelherstellers adidas über den Umweg der FIFA. Von diesem Vorgang hatte Blatter Kenntnis.

Der Ex-Präsident der FIFA, der sich nicht weiter zur WM-Affäre äußerte, kündigte am Dienstag jedoch an, jetzt doch etwas zur Aufklärung der Affäre beitragen zu wollen. Bislang hatte der für sechs Jahre suspendierte Funktionär eine Zusammenarbeit mit Freshfields abgelehnt.

"Ich wurde während der Untersuchung angefragt, aber ich war als gewählter Präsident suspendiert - deshalb habe ich damals beschlossen, mich nicht zu äußern. Wenn sie jetzt auf mich zukommen und mir Fragen stellen, werde ich Antworten geben."

Blatter rechnet mit Aufhebung der Sperre

Blatter rechnet weiterhin mit der Aufhebung seiner Sechs-Jahres-Sperre durch den Internationalen Sportgerichtshof CAS. "Ich habe nichts anderes in der Hinterhand, als dass weder Michel Platini noch ich Lügner sind. Man hat uns als Lügner dargestellt. Und das sind wir ganz sicher nicht", sagte Blatter.

Zusammen mit UEFA-Präsident Platini war Blatter Ende 2015 von der Ethikkommission des Fußball-Weltverbands gesperrt worden. Es geht um eine Zahlung in Höhe von 1,8 Millionen Euro von der FIFA an Platini aus dem Jahr 2011. Blatter und Platini argumentieren mit einem gültigen mündlichen Vertrag, die FIFA-Richter sehen das anders.

Auch im Falle der Aufhebung seiner Sechs-Jahres-Sperre plant Blatter aber keine Rückkehr zum Fußball-Weltverband. "In den organisierten Fußball komme ich nicht zurück", sagte der Schweizer: "Aber wenn man 41 Jahre seines Lebens im Fußball und in der FIFA verbringt, kann man ja nicht auf einmal mit dem Fußball aufhören."

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