vergrößernverkleinern
Theo Zwanziger - Court Appearance
Theo Zwanziger war jahrelang Präsident des DFB © Getty Images

Theo Zwanziger darf den künftigen WM-Gastgeber Katar weiter ungestraft als "Krebsgeschwür des Fußballs" bezeichnen.

Die 6. Kammer des Düsseldorfer Landgerichts unter Vorsitz des Richters Joachim Matz wies die Unterlassungsklage des katarischen Fußball-Verbandes QFA am Dienstag ab. Die Äußerung sei zwar ein "beleidigendes Werturteil", aber vom Recht auf Meinungsfreiheit gedeckt und keine Schmähkritik.

Zwanziger, ehemals Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und am Dienstag im Saal 2.111 nicht persönlich anwesend, sieht sich in seiner Auffassung bestätigt.

"Es war eine deutliche Kritik, die aber möglich sein muss, wenn es um einen Skandal solcher Dimension geht", sagte er: "Das Land ist halb so groß wie Hessen, da herrscht eine unglaubliche Hitze, Reisen sind kaum zumutbar, die Menschenrechte werden mit Füßen getreten. Dort eine WM auszutragen, ist ein Witz. Ich bin enttäuscht, dass alle Funktionäre, auch beim DFB, das als gottgegeben hinnehmen."

Zwanziger hatte die Formulierung "Krebsgeschwür" unter anderem in einem Interview mit dem Hessischen Rundfunk vom 2. Juni 2015 gewählt. Die QFA, vertreten durch den früheren CSU-Spitzenpolitiker Peter Gauweiler, kann innerhalb eines Monats Berufung beim Oberlandesgericht einlegen.

Am 27. April wird der 70-Jährige im nächsten Rechtsstreit vor Gericht erscheinen: Vor dem Kölner Landgericht wird der Fall Günter Netzer gegen Theo Zwanziger verhandelt. Netzer will Zwanziger in der Affäre um angebliche Manipulation bei der WM-Vergabe an Deutschland Behauptungen über seine Person verbieten lassen.

Zwanziger hatte dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel gesagt, Netzer habe 2012 bei einem Treffen in Zürich eingestanden, bei der WM-Wahl seien die Stimmen der vier Asiaten in der Exekutive des Weltverbandes FIFA gekauft worden.

Netzer (71) bestreitet vehement, dies auch nur im Ansatz gesagt zu haben. Er verweist auf die Anwesenheit seiner Gattin Elvira, die bezeugen könne, dass Zwanziger lüge.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel