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Michel Platini sitzt eine sechsjährige Sperre ab
Michel Platini sitzt eine sechsjährige Sperre ab © Getty Images

Neben Lionel Messi werden auch der Franzose sowie Ex-FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke durch die Panama Papers belastet. Platini soll eine Offshore-Firma gegründet haben.

Auch der für sechs Jahre suspendierte UEFA-Präsident Michel Platini (60) sowie der für zwölf Jahre aus dem Verkehr gezogene einstige FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke (55) sollen in die sogenannten Panama-Papers um Briefkastenfirmen in dem mittelamerikanischen Staat involviert sein.

Platini soll nach Angaben des Internationalen Konsortiums investigativer Journalisten im Jahr 2007 ebenfalls eine Offshore-Firma in Panama gegründet haben.

Der einstige französische Weltstar war wegen einer ominösen 1,8-Millionen-Euro-Zahlung durch den ehemaligen FIFA-Boss Joseph S. Blatter (Schweiz) im Jahr 2011 für sechs Jahre von der FIFA-Ethikkommission gesperrt worden. Die gleiche Sperre hatte auch der Walliser Blatter erhalten. 

Platini reagiert

Platini ließ der französischen Nachrichtenagentur AFP über seine Medienanwälte mitteilen, dass er seine gesamten finanziellen Einkünfte und Besitzverhältnisse den Schweizer Behörden seit 2007 zugänglich gemacht habe.

Als UEFA-Chef hatte Platini seinen Wohnsitz in der Nähe der Zentrale der Europäischen Fußball-Union (UEFA) in Nyon.

Valcke, vom Weltverband FIFA Anfang des Jahres fristlos gefeuert, taucht offenbar in den Unterlagen als Eigentümer einer im Juli 2013 gegründeten Offshore-Firma auf und soll darüber eine Yacht erworben haben.

"Veröffentlichen Sie, was Sie wollen", antwortete Valcke auf SZ-Anfrage. Die Firma existiere nicht mehr, habe keine Gelder gehabt und "nie ein Bankkonto besessen und nie Geschäftsaktivitäten gehabt".

Ermittlungen gegen Uruguayer Damiani

Aber auch die FIFA kommt nicht zur Ruhe.

Gegen den Uruguayer Damiani (57), Präsident von Penarol Montevideo, hat die FIFA-Ethikkommission aufgrund mutmaßlicher Geschäftsverbindungen mit dem im Korruptionsskandal geständigen Eugenio Figueredo (Uruguay) interne Vorermittlungen eingeleitet.

Das bestätigte die FIFA der BBC.

Nach den Medien-Enthüllungen überprüfe die Ermittlungskammer des Ethikkomitees, ob ein Verstoß gegen den Ethik-Code der FIFA vorliege, anschließend werde über weitere Schritte entschieden. Aus den "Panama Papers" soll zudem hervorgehen, dass der uruguayische Anwalt Damiani Kontakte zu den unter Hausarrest stehenden argentinischen TV-Rechtehändlern Hugo und Mariano Jinkis pflegte. Auch sie sind in den FIFA-Skandal verstrickt.

Demnach soll Damiani den drei Angeklagten möglicherweise geholfen haben, über Offshore-Firmen Millionen an Bestechungsgeldern an Fußball-Funktionäre fließen zu lassen. Damiani dementierte die Geschäftsverbindungen auf SZ-Anfrage nicht, er habe die Kommission sogar über sie unterrichtet - laut SZ-Informationen aber erst, als die internen Ermittlungen gegen ihn bereits liefen.

Auch Weltfußballer Lionel Messi wird durch die Panama Papers belastet.

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