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FBL-MEXICO-FIFA-CONGRESS
Gianni Infantino wurde im Februar zum FIFA-Präsidenten gewählt © Getty Images

Der FIFA-Präsident stellt klar, dass er deutlich weniger als Vorgänger Sepp Blatter verdiene und will dies sogar belegen. Die Skepsis an der FIFA sei verständlich.

FIFA-Präsident Gianni Infantino will in Kürze sein Gehalt öffentlich machen, um den Transparenz-Anspruch der FIFA zu kräftigen.

"Angesichts der Geschehnisse des vergangenen Jahres verstehe ich, dass die Öffentlichkeit der FIFA mit Skepsis begegnet", schrieb Infantino in seiner Kolumne in der Neuen Zürcher Zeitung: "Doch unsere Handlungen und Taten sollten ab jetzt im Mittelpunkt stehen, nicht vorzeitige Schlüsse und Spekulationen."

Sein Gehalt werde zudem "öffentlich bekannt" und "viel niedriger als die Gehälter des früheren FIFA-Präsidenten" Joseph S. Blatter sein: "Ich werde es verkünden, sobald es feststeht."

Außerdem hat Infantino den kontroversen Beschluss über die Besetzung der teilweise unabhängigen Kommissionen des Weltverbandes verteidigt. Beim Kongress in Mexiko-Stadt hatte der neue Council wieder das Recht erhalten, für ein Jahr selbst über die Mitglieder der Kontrollgremien zu entscheiden.

"Dieser Schritt war notwendig, da es aufgrund der neuen, vertieften Wählbarkeitsprüfungen bis zum Kongress in Mexiko nicht möglich war, genügend qualifizierte Kandidaten aufzustellen", schrieb Infantino.

"Damit Personen, die ihre Aufgaben missbraucht haben und gegen die ermittelt wird, umgehend aus diesen Gremien ausgeschlossen werden können, hat der Kongress den FIFA-Rat ebenfalls bevollmächtigt, dies in Ausnahmefällen und natürlich unter Beachtung der geltenden Rechtsprinzipien und -garantie zu tun", schrieb der 46-Jährige:

"Ohne diese Dringlichkeitsmaßnahme hätten bis zum nächsten Kongress im Mai 2017 keine Veränderungen erfolgen können. Solange können die Reformen aber nicht warten."

Betroffen waren von der Entscheidung die teils komplett, teils zur Hälfte unabhängigen Kommissionen. Darunter auch die Ethik- sowie Audit- und Compliance-Kommission, die alle FIFA-Prozesse von außen kontrolliert.

Theoretisch kann der FIFA-Rat damit also seine Überwacher selbst bestimmen und unbequeme Ermittler absetzen. Aus Protest hatte FIFA-Chefaufseher Domenico Scala (Schweiz) einen Tag nach dem Beschluss seinen Rücktritt erklärt. Infantino unterstrich nun erneut, dass die Regelung nur bis zum nächsten Kongress gelte.

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