Video

Brasilien scheitert bei der Copa America bereits in der Gruppenphase. Der entscheidende Treffer für Peru ist irregulär. Die Kritik an Trainer Carlos Dunga wächst.

Nach einem umstrittenen Handtor ist Rekordweltmeister Brasilien bei der Copa America in den USA bereits in der Vorrunde kläglich gescheitert.

Die Seleção, der ein Remis zum Weiterkommen gereicht hätte, unterlag Peru mit 0:1 (0:0). Der Überraschungs-Viertelfinalist trifft nun auf Kolumbien, während Ecuador nach einem 4:0 (2:0) gegen Haiti in der Runde der letzten Acht Gegner des von Jürgen Klinsmann betreuten US-Teams ist.

Vor 36.187 Zuschauern in Foxborough wurde der uruguayische Schiedsrichter Andres Cunha zum Sündenbock für Brasiliens nächstes Turnierdebakel, weil er ein klares Handtor des Peruaners Raul Ruidiaz (75.) trotz minutenlanger Rücksprache über Funk für gültig erklärte. Die neuformierte Seleção, die zuvor klare Chancen vergeben hatte, fand nach dem Schock nicht mehr zu ihrem Spiel zurück.

Dunga: Fürchte nur den Tod

Auf die Frage, ob er nun um seinen Job als Trainer der Selecao fürchte, gab sich Dunga kämpferisch. "Ich habe nur Angst vor dem Tod, vor allem anderen fürchte ich mich nicht", sagte der 52-Jährige: "Wenn du für die brasilianische Nationalmannschaft arbeitest, musst du dir bewusst sein, dass die Kritik wächst, wenn du keine Resultate lieferst. Aber intern wissen wir, was wir tun."

Daheim spekulierten renommierte Tageszeitungen wie die Folha und Estadão aus São Paulo sowie O Globo aus Rio de Janeiro in ihren Online-Portalen schon kurz nach Abpfiff der Partie in Foxborough über eine Ablösung des als Sturkopf kritisierten Trainers noch in dieser Woche.

Seine Mannschaft nahm Dunga nach dem ersten Vorrundenaus seit 1987 in Schutz. "Das Team hat Chancen herausgespielt", sagte Dunga und suchte die Schuld beim Schiedsrichter.

"Jeder hat gesehen, was passiert ist. Wir können nicht ändern, was jeder gesehen hat", sagte Dunga und wunderte sich über die lange Beratungszeit des Schiedsrichtergespanns: "Sie haben sich beraten, mit irgendwem gesprochen. Das ist schon seltsam."

Zuvor hatte in New Jersey Ecuador leichtes Spiel gegen Haiti. Vor 49.438 Zuschauern trafen Enner Valencia (11.), Jaime Ayovi (20.), Christian Noboa (57.) und Antonio Valencia (78.). Für Haiti ist nach drei Niederlagen und 1:12-Toren wie für Brasilien das Turnier bereits vorzeitig beendet.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel