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Martin Odegaard bei Real Madrid mit Fans
Martin Odegaard wechselte im Januar 2015 von Stromsgodset IF zu Real Madrid © Getty Images

München - Laut Carlo Ancelotti war Martin Odegaards Transfer nur ein PR-Gag. Bei Real ist man inzwischen anderer Meinung - und hofft aus sportlicher Sicht auf einen Verbleib.

Martin Odegaard ist zu beneiden. Mit erst 17 Jahren darf sich der Blondschopf als A-Nationalspieler und Bestandteil eines der größten Klubs der Welt bezeichnen. Einfach hat es der Teenager, der aktuell für Real Madrids zweite Mannschaft in Spaniens dritter Liga aufläuft, trotzdem nicht.

Er muss Kritik über sich ergehen lassen. Kritik an seiner Vereinswahl. Kritik an seinen Fähigkeiten. Worte wie von Ex-Real-Trainer Carlo Ancelotti, sein Transfer im Januar 2015 sei "reine PR" der Königlichen gewesen.

"Wenn Florentino Perez einen norwegischen Fußballer kauft, musst du das einfach akzeptieren. Ich wollte ihn nicht", schreibt der neue Trainer des FC Bayern in seinem Buch "Quiet Leadership".

"Hoffentlich bleibt er bei uns"

Doch wie steht es wirklich um den jungen Odegaard, der 2014 bei unzähligen Vereinen aus Europa ein Probetraining absolviert hatte?

Von einem Status als PR-Spieler kann zumindest mittlerweile keine Rede mehr sein. Ganz im Gegenteil: In Madrid ist man mehr als zufrieden mit der Entwicklung des Mittelfeldtalents.

"Hoffentlich bleibt er bei uns", sagt David Casado, Delegierter von Reals B-Team Castilla, bei SPORT1.

Odegaard überzeugt in zweiter Saison

Leistungsschwankungen in seinem ersten halben Jahr ließen Zweifel an Odegaards Können aufkommen. Er hatte keinen Stammplatz. Doch nach der Sommerpause startete er richtig durch, bestritt 32 von 34 möglichen Einsätzen von Beginn an.

Martin Odegaard kam bislang einmal für Reals Profis zum Einsatz - eine PR-Maßnahme © Getty Images

Acht Torbeteiligungen sind zwar keine Wucht, doch Odegaards Rolle war mehr auf den vorletzten Pass zugeschnitten. An der Seite von Zinedine Zidanes ältestem Sohn Enzo im Mittelfeld legte er mehrere brillante Auftritte hin und verhalf Reals Reserve so fast zum Aufstieg in die zweite Liga.

Dieser scheiterte letztlich in den Playoffs. Reals Nachwuchs war für den großen Wurf noch zu grün hinter den Ohren. Umso ärgerlicher für den Verein, denn Odegaard wird am erneuten Aufstiegsversuch vermutlich nicht teilhaben.

Leihe wahrscheinlich - in die Bundesliga?

In der dritten Liga macht er keinen großen Fortschritt, für die erste reicht es noch nicht. Daher bietet sich eine Leihe zu einem spanischen Zweitligisten an.

"Martin ist jetzt mit seiner Familie im Urlaub und bespricht seine Zukunft. Noch ist es zu früh, um eine Auskunft darüber zu geben", erklärt Casado im Gespräch mit SPORT1.

Real würde Odegaard dem Vernehmen nach am liebsten beim Madrider Vorstadtklub FC Getafe "parken", um ihn dort besser beobachten zu können. Geht es laut der Sportzeitung as aber nach Odegaards Vater, spielt das Juwel nächste Saison in England. Oder in Deutschland.

Dort könnte er Ancelotti aus nächster Nähe beweisen, mehr als nur ein PR-Gag zu sein.

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