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Jürgen Klinsmann war fünfeinhalb Jahre Trainer der USA
Jürgen Klinsmann war fünfeinhalb Jahre Trainer der USA © Getty Images

Seine Entlassung als Nationaltrainer der USA kam für Jürgen Klinsmann nicht überraschend. Die Gründe dafür kann er allerdings nicht ganz nachvollziehen.

Jürgen Klinsmann will nach seiner Entlassung als Trainer der Nationalmannschaft der USA weiter im Fußball arbeiten. "Wenn ein Moment wie dieser eintritt, reflektierst du, was du getan hast, und dann blickst du voraus. Fußball ist wie jedes andere Milieu: Wenn eine Tür zugeht, geht eine andere auf. Ich werde mich umschauen und nach anderen Möglichkeiten Ausschau halten", sagte der ehemalige Bundestrainer der Los Angeles Times.

Entlassung nicht überraschend

Seine Entlassung im Anschluss an zwei Niederlagen zum Auftakt der entscheidenden Phase der WM-Qualifikation sei für ihn keine Überraschung mehr gewesen, sagte Klinsmann. "Nein, ich war nicht überrascht. Ich kann Menschen lesen. Ich kann Stellungnahmen lesen. Ich kann zwischen den Zeilen lesen", sagte er.

Der Welt- und Europameister war nach einem 1:2 gegen Mexiko und einem 0:4 gegen Costa Rica im vergangenen November entlassen worden.

"Es bleibt der Fakt, dass wir entlassen wurden, weil wir zwei Spiele verloren haben", sagte Klinsmann über das Ende seiner fünfeinhalb Jahre währenden Amtszeit. Durch die Reduzierung seiner Arbeit auf diese beiden Niederlagen sei allerdings ein "unvollständiges Bild" gezeichnet worden, "und man wird nie sehen, ob etwas vollständig sein wird, weil es irgendwie einfach beendet wurde." Nachfolger von Klinsmann ist der Amerikaner Bruce Arena.

Klinsmann diplomatisch

Auf die Frage, ob er sich ungerecht behandelt fühle, antwortete Klinsmmann eher ausweichend. "In der Berufswelt hast du kein Recht, es so darzustellen. Wenn die Menschen, die dich bezahlen, am Ende des Tages der Überzeugung sind, dass du zwei Spiele verloren hast und sie in eine neue Richtung gehen wollen, muss du ihnen das Okay dafür geben. Das ist Teil deines Jobs. Es geht nicht darum, ob du denkst, dass es richtig oder falsch ist."

Während seiner Amtszeit hat Klinsmann unter anderem Christian Pulisic (Borussia Dortmund), John Brooks (Hertha BSC) oder Bobby Wood (Hamburger SV) zu US-Nationalspielern gemacht. "Wir haben die Grundlage für eine neue Generation von Spielern gelegt, aber dieser Turnus von Spielern braucht Zeit, sich zu entwickeln."

Bereit für neue Aufgaben

Klinsmann, der angeblich bis zur WM 2018 noch 3,2 Millionen Euro pro Jahr vom US-Verband kassiert, will sich in der Zwischenzeit um seine Weiterbildung kümmern. "Vielleicht lerne ich ein bisschen mehr Spanisch - um vorbereitet zu sein, falls sich etwas in einer spanischsprachigen Umgebung ergibt."

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