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München - Real Madrid gehen vor dem Kracher gegen den FC Bayern die Innenverteidiger aus. Im Rückspiel könnte es sogar noch dicker für Trainer Zinedine Zidane kommen.

Einen kampferprobten Krieger wie Pepe kann so leicht nichts außer Gefecht setzen.

Als die 63. Minute des Madrider Stadtderbys zwischen Real Madrid und Atletico (1:1) lief, erkannte aber selbst der portugiesische Abwehr-Routinier, dass sein Körper nicht aus Stahl geformt ist.

Toni Kroos rauschte bei einem Klärungsversuch unglücklich in seinen Mitspieler. Das Resultat aus Sicht der Königlichen: verheerend.

Pepe zog sich einen doppelten Rippenbruch zu. Heißt: vier bis sechs Wochen Pause. Heißt zudem: kein Champions-League-Viertelfinale gegen den FC Bayern. Was weitreichende Folgen für die Königlichen hat.

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Nacho statt Varane oder Pepe

Als "spätestens jetzt beunruhigend" bezeichnete Ex-Real-Coach Fabio Capello die Personallage in Madrids Defensive nach dem Ausfall des Europameisters: "Bayern hat da vorne ja auch keine allzu schlechten Stürmer drin."

Am Montag trainierte Dani Carvajal bei der letzten Einheit vor dem Abflug nach München nicht mit der Mannschaft, sondern im Innenraum des Estadio Santiago Bernabeu. Angeblich soll der Rechtsverteidiger aber spielen können.

In Raphael Varane hatte sich ein Top-Innenverteidiger bereits in der vergangenen Woche mit einem Muskelfaserriss abgemeldet.

Für die Innenverteidigung bleiben Zidane damit nur noch zwei Spieler. 

Neben dem gesetzten Kapitän Sergio Ramos wird Eigengewächs Nacho Fernandez gegen Bayerns Offensiv-Maschinerie verteidigen. Ein eher unbekannter, für Zidane aber keineswegs unwichtiger Mann.

Erfahrung gegen Topteams fehlt

Mit 30 Einsätzen hat Nacho immerhin fast doppelt so viele wie der verletzte Pepe. Er ist schnell, zweikampfstark, zuverlässig. Attribute, die ihm einen Platz im erweiterten Kader des spanischen Nationalteams eingebracht haben.

Das Problem: In großen Spielen durfte sich der 27-Jährige bislang so gut wie nie zeigen. Gegen Weltklasse-Teams wie Bayern fehlt dem soliden Arbeiter schlichtweg die Erfahrung. 

Er bringt auch nicht die physische Präsenz und Willensstärke eines Pepe mit, die selbst Weltklasse-Stürmer wie Robert Lewandowski zusetzen können.

Gelb-Alarm bei Ramos

Die Leader-Rolle in Reals Hintermannschaft muss Sergio Ramos also mehr oder weniger allein übernehmen. Dass er das kann, hat er schon oft bewiesen.

Allerdings muss der beinharte Spanier in Zweikämpfen höllisch aufpassen, möchte er auch das Rückspiel gegen die Bayern im Estadio Santiago Bernabeu bestreiten. Im Falle einer Gelben Karte säße er am 18. April auf der Tribüne.

Zidane wäre dann womöglich gezwungen, Sechser Carlos Casemiro in die Innenverteidigung zu ziehen oder auf eine Dreier-Kette umzustellen.

Ein absoluter "Worst Case", schließlich nimmt Ramos (zehn Saisontore) auch für Reals Offensive eine bedeutende Rolle ein.

Neben dem Weltmeister von 2010 ist auch Luka Modric mit Gelb vorbelastet.

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Beim deutschen Rekordmeister fehlt im Hinspiel (Mi., ab 20.45 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) nur Mats Hummels. Der Weltmeister zog sich im Training am Sonntag eine Distorsion des rechten oberen Sprunggelenkes zu und erlitt dabei eine Verletzung des Kapselbandapparats. 

"Real hat immer zwei Mannschaften"

Nach SPORT1-Informationen liegt ein Einsatz im Rückspiel aber im Bereich des Möglichen. Jerome Boateng geht mit Gelb vorbelastet ins Viertelfinale.

"Bei Real ist alles, was in der Defensive nicht top ist, viel gefährlicher für den End-Erfolg als bei den Bayern", glaubt SPORT1-Experte Marcel Reif: "Bei den Bayern spielen noch einige mehr defensiv mit. Real hat jedoch immer zwei Mannschaften auf dem Platz. Einen Angriff und eine Defensive."

Der Titelverteidiger will diese Meinung widerlegen. "Wir müssen zusammen stehen und um jeden Ball kämpfen, wenn wir unsere Ziele erreichen wollen", gab Pepe auf einer Fanclub-Veranstaltung von Real am Sonntag die Marschroute für seine Kollegen vor.

Ihm selbst bleibt ja nichts anderes übrig, als zuzusehen.

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