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Der Tschad ist seit dem 3. Spieltag Trikot-Sponsor des FC Metz © Twitter/@FCMetz

Der Tschad ist das viertärmste Land der Welt - und jetzt Trikotsponsor beim FC Metz. Der Millionendeal des gebeutelten Landes schlägt hohe Wellen.

Das höchst fragwürdige Engagement des Tschad, dem viertärmsten Land der Welt, als Trikotsponsor beim französischen Erstligisten FC Metz stößt international auf zunehmenden Widerstand.

Seit dem 3. Spieltag der Ligue 1 prangt auf Vorder- und Rückseite der Spielertrikots der Schriftzug "Tchad. Oasis du Sahel" ("Tschad. Oase der Sahelzone").

Angeblich soll das Land, in dem 80 Prozent der Einwohner unter der Armutsgrenze leben, zwölf Millionen für die Trikotwerbung zahlen - Sportminister Betel Miarom bestreitet diese Summe, will aber auch keine andere Zahl nennen. Stattdessen rechtfertigt er: "Unser Land muss sein negatives Image aufpolieren."

Das Echo auf den Deal fiel harsch aus. Hissene Ngaro, der Vorsitzende des tschadischen Athletikverbandes, sprach von einem "schlechten Witz", die Zeitung Le Progrès fragte: "Ist das nicht rausgeschmissenes Geld?"

Widerspruch um Herkunft der Millionen

Strittig ist, woher die Millionen für das Sponsoring kommen: Metz selbst nannte die Tourismusbehörde des Tschad bei der Vorstellung als offiziellen Sponsor. Vereinspräsident Bernard Serin erklärte in der Lokalzeitung Le Republicain Lorrain, man habe den Vertrag mit der panafrikanischen Mediengruppe "LC2 International Afnex" abgeschlossen.

Tschads Regierung behauptet dagegen, Unternehmen des Landes würden die Werbung finanzieren - eine Version, die von Beobachtern jedoch angezweifelt wird.

Das zentralafrikanische Land wurde bis 2010 von einem fünfjährigen Bürgerkrieg geplagt, zudem herrschte in den letzten Jahren eine Hungersnot. Jedes siebte Kind im Tschad stirbt vor dem Erreichen des fünften Lebensjahres.

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