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Louis van Gaal übernahm im Sommer 2014 das Traineramt bei Manchester United © Getty Images

Manchester und München - Loius van Gaal kämpft in Manchester mit Startschwierigkeiten. Ausgerechnet dessen "Hassliebe" FC Bayern macht den Fans Hoffnung.

Von Francois Duchateau

Louis van Gaal wurde als der große Reformator nach Manchester geholt.

Um United aus dem Mittelfeld zu ziehen, ergriff der Verein Maßnahmen, die dem 63-jährigen Niederländer eigentlich nicht liegen: teure Transfers. Passt das zusammen?

Ausgaben für neue Stars in Höhe von fast 200 Millionen Euro dürften die Geduld am Old Trafford jedenfalls nicht erhöhen.

Blamage im Ligapokal

Als Vorgänger David Moyes vergangenen April entlassen wurden, dachte man in Manchester, den negativen Scheitelpunkt erreicht zu haben.

Ein Irrtum: Die "Red Devils" blamierten sich vergangene Woche gegen den Drittligisten Milton Keynes und flogen mit 0:4 in Runde zwei aus dem englischen Ligapokal. Seit 19 Jahren hatte es solch eine Schmach nicht mehr gegeben.

Van Gaal: "Nicht gerade Weltklasse"

Die Angst vor einer erneuten Saison im Mittelmaß ist derzeit größer als die Hoffnung auf bessere Zeiten. Das 0:0 gegen Aufsteiger Burnley besiegelte den Fehlstart in die neue Premier-League-Saison.

Trotz einer mickrigen Ausbeute von zwei von möglichen neun Punkten nach drei Spieltagen wollte van Gaal in seiner Analyse von einer Krise nichts wissen:

"Wir haben zu null gespielt, das ist positiv", begann er, musste dann aber doch einräumen: "Was wir machen, sieht gerade nicht nach Weltklasse aus."

Rooney neuer Kapitän

"RvP" war van Gaals Lieblingsschüler bei Oranje, sogar sein Kapitän. Rooney trägt nun in Manchester die Spielführerbinde, auch wenn diese Entscheidung viele Journalisten in den Niederlanden überraschte.

Schließlich hatte van Gaal in seiner Heimat früher mehr als einmal dessen fußballerische Qualitäten angezweifelt.

Der FC Bayern macht Hoffnung

Ausgerechnet Erinnerungen an den FC Bayern beruhigen die Gemüter am Old Trafford ein wenig: In seiner ersten Saison in München holte van Gaal auch nur zwei Punkte aus den ersten drei Bundesliga-Spielen.

Am Ende gewann der Niederländer das Double, fast sogar das Triple. Im Finale der Champions League war nur Mourinhos Inter Mailand zu stark für den deutschen Rekordmeister.

Seitenhieb gegen Hoeneß

2009/10 hatte es bis Dezember gebraucht, bis sich van Gaals neu formierte Mannschaft fand.

Und das, obwohl van Gaal in München offenbar mehrfach auf der Kippe stand.

Angesprochen auf den Fehlstart in der Premiere League sagte er der niederländischen Zeitung "Telegraaf": "Bei den Bayern hätte ich zu diesem Zeitpunkt längst zum Rapport antreten müssen. Bei Hoeneß. Und was machen die Leute bei United? Sie kaufen weitere Spieler ein. Sie unterstützen mich und vertrauen mir. Auch als Mensch."

Triple-Gewinn unmöglich

Vom Triple kann in Manchester trotz allen Vertrauens aber niemand träumen. Der Verein ist international in diesem Jahr nicht vertreten.

Doch gerade das könnte van Gaal helfen, das Team der Zukunft zu formen.

Denn die "Red Devils" haben so mehr Zeit, um im Training seine Visionen zu verinnerlichen.

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