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Angel di Maria (l.) wird vom Spielerberater Jorge Mendes betreut
Angel di Maria (l.) wird vom Spielerberater Jorge Mendes betreut © SPORT1

München - Die Premier League knackt die Milliarde, Fristen werden verpasst oder aufgeschoben - und ein Mann profitiert besonders.

Nichts geht mehr!

Russland und die Türkei sind die letzten beiden UEFA-Länder, in denen die Transferperiode am Samstagabend ausläuft.

Der Großteil des Geschäfts ist aber freilich längst finalisiert. Insbesondere die Vereine der Premiere League haben noch einmal richtig zugeschlagen.

Dazu gab es verpasste oder aufgeschobene Fristen, Kritik, Verwirrung und einen Mann, der von all dem besonders profitiert.

SPORT1 hat die Fakten und Kuriositäten des Transfersommers:

Die englischen Vereine knackten zusammen in diesem Sommer erstmals die eine Milliarden Euro Marke. Nie gab eine Liga so viel Geld für neue Spieler aus.

Allein Manchester United invesierte 193 Millionen Euro, darunter die Transfers von Angel di Maria (75 Millionen), Daley Blind (18) und Radamel Falcao (Leihe/10).

Auch Vizemeister FC Liverpool (151 Millionen Euro), der FC Chelsea (106), der FC Arsenal (97) und Titelverteidiger Manchester City (65) langten tief in die Tasche.

Karl-Heinz Rummenigge kommentierte trocken: "Man hat gesehen, dass die in England deutlich mehr Geld zur Verfügung haben als wir in Deutschland. Wir müssen uns diesem Wettbewerb stellen."

Zwei Spieler schafften es mit ihren Wechseln im Sommer unter die Top Ten der teuersten Fußballer aller Zeiten.

Mit 75 Millionen Euro Ablöse landete di Maria auf Rang sieben, knapp vor Zlatan Ibrahimovic. Der Königstransfer des Sommer ist aber "Beißer" Luis Suarez, der für 81 Millionen vom FC Liverpool nach Barcelona wechselte und sich damit viertteuerster Fußballer nennen kann.

Teurer waren in der Vergangenheit nur Neymar (86 Millionen), Gareth Bale (91) und Cristiano Ronaldo (94).

Der Italiener kann es zwar nicht mit den ganz hohen Ablösesummen aufnehmen. Dadurch, dass er in den vergangenen vier Jahren aber dreimal den Verein gewechselt hat, klettern seine gesamten Transfererlöse nach und nach.

Gerade erst wechselte er für 27 Millionen Euro vom AC Mailand zum FC Liverpool; 2013 hatte Mailand 20 Millionen für den Stürmer an Manchester City überwiesen. Die wiederum ließen sich Balotelli 2011 29,5 Millionen kosten.

Insgesamt steht er nun also bei fast 70 Millionen Euro. Das erinnert an Wandervögel wie Christiano Vieri, der es in seiner Karriere auf 16 Vereinswechsel und 87,5 Millionen brachte, oder Nicolas Anelka (12 Vereinswechsel und 130 Millionen). Fortsetzung folgt?

Manchester United hat Stürmer Falcao auf Leihbasis verpflichtet ? so weit, so bekannt.

Dass dieser Transfer aber erst mit Verspätung abgewickelt wurde, ging im hektischen Schlussverkauf unter.

Der englische Verband verlängert dafür sogar extra die Transferfrist um eine Stunde, und schloss nicht wie ursprünglich angedacht um 23 Uhr Ortszeit, sondern erst um 0 Uhr.

Für die ganz Großen wird eben gerne mal eine Ausnahme gemacht.

Ganz anders dagegen in der Serie, wo sich folgende Panne ereignete: Der Wechsel von Joao Silva vom FC Bari zu US Palermo platzte buchstäblich in letzter Sekunde.

Weil die Sizilianer die E-Mail an den italienischen Fußballverband erst 33 Sekunden nach Schließung des Transferfensters und somit nicht mehr rechtzeitig abgeschickt hatten, musste Silva doch bleiben.

Letzte Hoffnung: Der Verein hat Protest eingelegt und hofft auf ein Einlenken des Verbands.

Für 110 Millionen Euro hat Real Madrid Toni Kroos (Bayern München) und WM-Torschützenkönig James Rodriguez (AS Monaco) geholt. Im Gegenzug wurden di Maria und auch Xabi Alonso (Bayern München) abgegeben.

Weltfußballer Ronaldo passt das gar nicht: "Wenn ich was zu sagen hätte, hätte ich es nicht so gemacht", sagte der nach wie vor der teuerste Spieler der Welt.

Kurz darauf schwärmte er von Manchester United und spekulierte selbst über eine mögliche Rückkehr nach England.

Keiner hat in diesem Sommer mehr Geld mit Transfers verdient als der Portugiese Jorge Mendes. Er ist Spielerberater, unter anderem von Falcao, di Maria und James.

Auch Weltfußballer Cristiano Ronaldo arbeitet mit Mendes zusammen. Vielleicht blickt Ronaldo neidisch auf dessen Salär, denn der 48-Jährige kassierte Schätzungen zufolge allein in dieser Transferperiode 40 Millionen Euro ? so viel verdient Ronaldo nicht mal im ganzen Jahr (ca. 33 Millionen Euro).

Mendes freut es natürlich, wenn seine Spieler oft den Verein wechseln, denn jeder Wechsel bringt ihm Extraeinnahmen.

Bei der Vorstellung des Spaniers Rodri kam es bei 1860 zu Verwirrungen. Eigentlich waren die Müncher davon ausgegangen, dass der 24-Jährige bis 2015 an den FC Barcelona B gebunden war - und kommunizierten das dementsprechend.

Dann sprach der Spieler selbst und ließ verlauten, dass er sich in den vergangenen Wochen mit Hilfe eines Privattrainers fit gehalten habe.

Gerhard Poschner schaffte Klarheit: Die Transferrechte für Rodri seien beim Drittligisten Gimnastic de Tarragona gelegen, bei dem Rodri aber nicht mehr mittrainieren wollte.

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