London - Chelseas Trainer gibt den Balljungen die Schuld an der ersten Saisonpleite. Seine Mannschaft verteidigt er.

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Es waren die Balljungen.

Nach der ersten Saisonpleite des FC Chelsea in der englischen Premier League suchte Teammanager und Chef-Exzentriker Jose Mourinho die Schuld bei den Kleinen.

"Wir wollten Fußball spielen - aber das war nicht möglich, weil Dinge passiert sind, von denen ich dachte, sie passieren auf höchstem Niveau nicht mehr", frotzelte der 51-Jährige: "Der Ball verschwand im Aus und kam nicht mehr zurück."

Aber, natürlich, "no complaints" - keine Beschwerden.

Sechs Minuten Nachspielzeit

Die sechs (!) Minuten Nachspielzeit beim 1:2 (0:0) des Tabellenführers bei Newcastle United waren Mourinho noch nicht genug.

"Diese Situationen sind unglücklicherweise immer noch Teil des Spiels", sagte Mourinho, der Fehler selbstverständlich nicht im eigenen Team suchte. "Ich habe kein Problem mit unserem Spiel", sagte der Portugiese: "Newcastle hatte das Glück. Die bessere Mannschaft, das Team, das gewinnen wollte, hat verloren - das ist nun mal Fußball."

Cisse stoppt die Blues

Der Ex-Freiburger Papiss Demba Cisse verhinderte mit seinen Toren (57./78.) den Durchmarsch der Blues, der Anschlusstreffer von Didier Drogba (83.) kam zu spät. Gegen die in der Schlussphase dezimierten Gastgeber (Gelb-Rot gegen Steven Taylor) half auch die Einwechslung des Weltmeisters Andre Schürrle (61.) nichts.

"Es wäre sehr schwierig geworden, ungeschlagen durch die Saison zu spazieren, wie es viele prophezeit hatten", sagte Mourinho: "Aber selbst nach dieser Niederlage, müssen wir die anderen 19 Team fragen, ob sie nicht gerne in unserer Lage wären. Ich glaube, sie wären es gerne."

Nach elf Siegen und drei Unentschieden musste Chelsea erstmals in dieser Saison als Verlierer den Platz verlassen. Ein Spiel hätte zu Einstellung des Vereinsrekords (24 Spiele ohne Niederlage in Folge) gefehlt.

Titelkampf wieder spannend

Weil am Samstagabend Meister Manchester City 1:0 (1:0) gegen den FC Everton gewann, ist der Titelkampf in England weiter spannend. Chelsea (36 Punkte) führt die Tabelle nur noch mit drei Zählern Vorsprung auf City an.

"Wir haben dem Rest der Liga einen Gefallen getan und es wieder interessant gemacht", sagte Newcastles Teammanager Alan Pardew: "Es ist ein 'Zwei-Pferde-Rennen' zwischen Chelsea und Manchester City."

Mourinhos Attacke gegen die Balljungen fand Pardew ein "bisschen harsch". Aber "Jose ist frustriert", sagte der 53-Jährige.

Arsenal verliert Anschluss

Weiter abreißen lassen musste indes der FC Arsenal. Die Gunners verloren mit Weltmeister Per Mertesacker in der Startformation bei Stoke City 2:3 (0:3). Die Aufholjagd in der zweiten Halbzeit kam zu spät. Lukas Podolski wurde von Arsenal-Teammanager Arsene Wenger in der 63. Minute für Olivier Giroud eingewechselt.

Die vierte Saisonpleite konnte aber auch der zweite Weltmeister nicht verhindern. Mit nur 23 Punkten hat Arsenal die Spitze längst aus den Augen verloren.

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