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Vor seiner Verurteilung spielte Ched Evans für Sheffield United
Ched Evans spielte von 2009 bis 2012 bei Sheffield United © getty

Der verurteilte Vergewaltiger Ched Evans wird zunächst nicht in den Profi-Fußball zurückkehren.

Nach Bedrohungen gegen Mitarbeiter von Oldham Athletic hat der englische Drittligist von einer Verpflichtung des 26-Jährigen in letzter Minute Abstand genommen. Das berichten mehrere englische Medien übereinstimmend.

Ein Vorstandsmitglied von Oldham sagte der "BBC", dass einer Mitarbeiterin mit Vergewaltigung gedroht wurde, sollte der Klub Evans verpflichten.

Aus Rücksicht auf die Angestellten und ihre Familien habe man sich dann gegen den eigentlich geplanten Transfer entschieden. Zudem hätten Sponsoren "enormen Druck" ausgeübt. Am Mittwoch hatte Oldham-Präsident Simon Corney gesagt, der Deal sei zu "80 Prozent" perfekt.

Nach einer öffentlichen Protestwelle war bereits Ende November Evans Rückkehr ins Training bei seinem Ex-Klub Sheffield United geplatzt.

Evans war im April 2012 wegen der Vergewaltigung einer 19-Jährigen in einem Hotel im walisischen Rhyl zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Der Stürmer hatte die Vorwürfe stets bestritten und von einvernehmlichem Sex gesprochen. Am 17. Oktober 2014 war Evans vorzeitig aus der Haft entlassen worden.

Evans mögliche Rückkehr in den Fußball wurde danach zum Politikum. Selbst Premierminister David Cameron schaltete sich ein und ließ zuletzt über seinen Sprecher ausrichten, dass potenzielle "Arbeitgeber ihre Entscheidung sorgfältig abwägen" mögen.

Zudem sammelte eine 26-jährige Frau über eine Internet-Petition mehr als 60.000 Unterschriften, um Evans Comeback zu verhindern.

Vor seiner Haft spielte Evans bei Sheffield United, ausgebildet wurde er in der Jugendabteilung des Spitzenklubs Manchester City.

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