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FC Arsenal - Aston Villa
Mesut Özil spielt seit 2013 für den FC Arsenal © Getty Images

London - Nach Formtief und Verletzungspause ist Mesut Özil beim FC Arsenal der gefeierte Mann. Die Presse ist voll des Lobes, doch der Trainer sieht noch Luft nach oben.

Von Marc Schäfer

Mesut Özil hat sich mit einem fulminanten Trick in der Premier League zurückgemeldet. Am Tag nach dem 5:0 des FC Arsenal gegen Aston Villa wurde der häufig kritisierte "Zauberer von Oz" daher auf der Insel endlich wieder einmal für seine Kunststücke am Ball gefeiert.

Bei seinem Startelf-Comeback in der Liga nach mehr als dreimonatiger Verletzungspause bereitete der 26 Jahre alte Spielmacher nicht nur den Treffer zum 1:0 durch Olivier Giroud (8.) spektakulär mit der Hacke vor.

FC Arsenal - Aston Villa
Mesut Özil (r.) erzielt das 2:0 gegen Aston Villa © Getty Images

Özil erzielte auch das 2:0 und rackerte auf dem Rasen des Emirates-Stadion so, wie es die Fans in England von einem Profi erwarten. "Er hat seine große Klasse endlich auch mit Schweiß gemischt", schrieb die Sun. "Das war eine seiner besten Leistungen für Arsenal."

Harte Arbeit zahlt sich aus

"Er hat mit der Autorität eines Weltmeisters gespielt und im Stile eines Fußballers, der 50 Millionen Euro gekostet hat", stand in der Daily Mail. So viel Lob gab es für den ehemaligen Madrilenen vor seiner Verletzung nur selten.

Seit seinem Wechsel nach Nord-London im Sommer 2013 musste Özil immer wieder herbe Kritik einstecken. Vor allem wegen seiner laschen Körpersprache und dem vermeintlich fehlenden Einsatz.

Doch das soll sich nun ändern. In den vergangenen Monaten hat Özil im Kraftraum der Gunners viele Gewichte gestemmt, um seinen Körper für den harten Behauptungskampf in der Premier League zu stählen.

"Ich habe wirklich monatelang hart gearbeitet. Da freut man sich besonders über solche Spiele", meinte Özil nach dem höchsten Arsenal-Sieg seit 110 Partien. Zum ersten Mal in dieser Saison hat der Klub drei Spiele in Folge gewonnen und sich im Kampf um die erneute Champions-League-Qualifikation in Stellung gebracht.

Sonderlob vom Trainer

Auch Coach Arsene Wenger lobte seinen sensiblen Künstler. "Er spielt einfach außergewöhnlich", meinte der Franzose, "auch wenn ihm noch etwas Wettkampfpraxis fehlt."

Der 65-Jährige hat Özils neuen Biss durchaus registriert: "Er hat in seiner Pause physisch am Limit gearbeitet", stellte der Trainer den Aufwand heraus, mit dem sich der Mittelfeldstar für den restlichen Saisonverlauf fitgemacht hat.

Das soll sich nun auszahlen, hofft auch Özil: "Das vergangene Vierteljahr war nicht so einfach, weil ich ein Typ bin, der am liebsten jeden Tag auf dem Platz ist. Jetzt freue ich mich - auch auf die Champions League und den FA Cup", sagte der 62-malige Nationalspieler.

Arsenal vor Wochen der Wahrheit

Im Februar geht es für seine Gunners Schlag auf Schlag: Zunächst steht im Kampf um die erneute Champions-League-Qualifikation das Londoner Derby gegen den Erzrivalen Tottenham Hotspur an. In der Königsklasse und dem FA Cup folgen jeweils die Achtelfinalspiele gegen den AS Monaco und Zweitligist FC Middlesbrough.

Özil ist offenbar genau zum richtigen Zeitpunkt wieder auf Kurs. Das ist auch nötig, denn in der Offensive der Gunners ist der Konkurrenzkampf riesig. Selbst ein Weltmeister hat da keinen Freifahrtschein.

Theo Walcott, Alex Oxlade-Chamberlain, Santi Cazorla, Tomas Rosicky drängen in Wengers erste Elf. Gegen Villa fehlte der bisher mit Abstand gefährlichste Angreifer: Alexis Sanchez.

Auf Sanchez' Spuren

Der am Oberschenkel verletzte Neuzugang vom FC Barcelona hat in seiner ersten Saison in Nord-London schon 18 Tore erzielt und acht vorbereitet.

FC Arsenal - Stoke City
Alexis Sanchez ist der Toptorjäger des FC Arsenal © Getty Images

Selbst dieser Traumstart des Chilenen wurde Özil schon zum Verhängnis. Denn immer wieder hatten die Medien genüsslich vorgerechnet, dass Sanchez rund 7,5 Millionen Euro weniger gekostet habe als der Rekordtransfer Özil (50 Millionen) - und trotzdem wirkungsvoller sei.

Dass Özil am Sonntag mit seinem feinen Trick und seiner kämpferischen Darbietung selbst seine schlimmsten Kritiker vorerst milde gestimmt hat, machte das Fazit die Sun deutlich: "Özil ist in Sanchez' Fußstapfen getreten".

Ein größeres Lob kann der "Zauberer von Oz" nach seiner langen Leidenszeit noch nicht erwarten.

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