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London - Gegen Crystal Palace braucht es einen Elfmeter, um Chelseas Meisterschaft in Stein zu meißeln. Offensivstar Eden Hazard trifft allerdings erst im zweiten Versuch.

Jose Mourinho ballte eine Faust und lächelte triumphierend in sich hinein, auf dem Platz fielen sich die Stars Didier Drogba, John Terry und Cesc Fabregas feixend in die Arme - und Weltmeister Andre Schürrle schickte aus Deutschland Glückwünsche an seine früheren Kollegen nach London: Nach der fünften Meisterschaft für den FC Chelsea im Fußball-Mutterland England kannte der Jubel bei den Blues am Sonntag keine Grenzen.

Gut vier Monate nach Schürrles Wechsel zum VfL Wolfsburg machte die Mannschaft von Startrainer Mourinho den seit fünf Jahren ersehnten Titeltriumph durch ein 1:0 (1:0) gegen Crystal Palace perfekt.

"So eine lange Zeit ohne Titel tut weh"

Drei Runden vor Saisonschluss hat Chelsea an der Spitze nach dem entthronten Titelverteidiger Manchester City nunmehr auch seinen Herausforderer FC Arsenal mit Schürrles Weltmeister-Kollegen Mesut Özil und Per Mertesacker (am Montag bei Hull City) als letzten verbliebenen Verfolger entscheidend abgehängt. City gewann am Abend dank eines Tors von Sergio Agüero mit 1:0 über Tottenham.

"Es hat fünf Jahre gedauert", sagte Terry, "eine so lange Zeit ohne Titel tut weh. Deshalb genieße ich es heute besonders."

"Wir haben hart gearbeitet. Endlich können wir feiern. Wir sind die Champions!", jubelte ein freudestrahlender Fabregas direkt nach dem Abpfiff.

Hazard bricht den Bann

Bei der "Krönungsmesse" an der ausverkauften Stamford Bridge taten sich Mourinhos Spieler schwer.

Eden Hazard brachte die Blues Sekunden vor dem Halbzeitpfiff in Führung: Der Belgier, von James MacArthur gefoult, scheiterte zunächst mit einem schwach geschossenen Foulelfmeter, köpfte den Ball im zweiten Versuch aber ins Netz (45.). Es blieb das einzige Tor.

Früh auf Meisterkurs

Chelsea bestätigte durch den Titelgewinn die Prognosen der meisten Experten. Schon früh steuerten die Westlondoner auf Meisterschaftskurs, nur nach zwei Saisonspielen stand der frühere Champions-League-Sieger nicht an der Spitze.

Nach der zweiten und bislang letzten Saisonniederlage am Neujahrstag (3:5 bei Tottenham Hotspur) kurz vor Schürrles Verkauf machte Mourinhos Mannschaft endgültig Ernst: Der Sieg gegen Crystal Palace war seitdem das 15. Ligaspiel in Serie ohne Niederlage.

Chelsea v Crystal Palace - Premier League
Auch Didier Drogba war in Feierlaune © Getty Images

CL-Aus gegen Paris schmerzt

Der Titel ist auch ein persönlicher Triumph für Mourinho. Im zweiten Jahr nach seiner Rückkehr auf die Bank der Blues erfüllte der exzentrische Portugiese, der in seiner ersten dreijährigen Amtszeit an der Stamford Bridge bis zu seinem Abschied zu Inter Mailand vier Titel geholt hatte, einmal wieder den Erfolgs-Auftrag des Klubbesitzers Roman Abramowitsch.

Vor dem Premier-League-Titel holte Chelsea in der laufenden Saison unter Mourinhos Regie auch schon den Ligapokal gewonnen, lediglich das Achtelfinal-Aus in der Champions League gegen Paris St. Germain trübt die Bilanz der ausklingenden Spielzeit.

Weitere Stars sollen kommen

Für eine Wiederholung des Triumphes in der europäischen Königsklasse von 2012 in der kommenden Saison dürfte Abramowitsch denn auch wieder tief in die Tasche greifen.

Nachdem zunächst zur Erfüllung des Meister-Traumes im vergangenen Sommer schon Topstars wie Drogba, Diego Costa, Fabregas und Filipe Luis sowie im Winter auch noch Juan Cuadrado auf die Insel gelockt wurden, wäre alles andere als eine weitere Aufrüstung Chelseas für den Sturm auf Europas Thron eine Überraschung.

Immerhin investierte Abramowitsch seit dem Kauf seines "Lieblingsspielzeuges" Chelsea schon gut eine Milliarde Euro in Verstärkungen. 

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