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Greg Dyke ist Chef der FA
Greg Dyke ist Chef der FA © Getty Images

Nach einer Aussage des suspendierten FIFA-Präsidenten Sepp Blatter prüft der englische Verband FA Schadensersatzforderungen in Millionenhöhe gegen den Weltverband.

Nach den Behauptungen des suspendierten FIFA-Chefs Joseph S. Blatter (Schweiz) zu angeblichen Absprachen in der Exekutive des Weltverbandes vor der Wahl der WM-Gastgeber 2018 und 2022 prüft der englische Verband FA Schadensersatzansprüche in zweistelliger Millionenhöhe.

Das teilte FA-Chef Greg Dyke im Sportausschuss des britischen Unterhauses mit.

Unterdessen schließt Belgiens langjähriges Exekutivmitglied Michel D'Hooghe eine Festlegung des Gremiums vor den Abstimmungen im Dezember aus.

Kosten von rund 30 Millionen Euro

Die englische FA wertet Blatters Aussagen in einem TASS-Interview als weiteres Indiz für ihren Verdacht einer Manipulation bei der Vergabe des WM-Turniers 2018.

"Wir werden uns das genau anschauen. Wenn es so aussieht, dass Blatter eine Entscheidung für Russland schon vor der Wahl wollte, legt das nahe, dass alles auch vorher abgesprochen worden ist", sagte der FA-Chef vor den Parlamentariern.

Laut Dyke sieht die FA durch Blatters Aussagen gute Chancen auf eine Rückerstattung ihrer Bewerbungskosten von umgerechnet gut 30 Millionen Euro.

Blatter gibt Platini Schuld für Katar

Blatter hatte in dem Interview von einer Festlegung des FIFA-Vorstands für 2018 auf Russland und 2022 auf die USA beschrieben.

Durch die interne - und anders als Manipulationen auch nicht verbotene - Abstimmung ihrer Mitglieder auf eine Vorgehensweise hätte die "Weltregierung des Fußballs" einerseits erstmals Osteuropa und durch den Zuschlag für die USA zugleich auch "die beiden Großmächte der Welt" berücksichtigen wollen.

Später allerdings sei Frankreich durch Europa-Verbandschef Michel Platini für Katar als Ausrichter des Turniers 2022 eingetreten und habe damit die Pläne durchkreuzt.

"Ich hätte sicher davon gewusst"

D'Hooghe, der bei der Wahl des WM-Gastgebers für 2018 zunächst für die gemeinsame Kandidatur seines Heimatlandes Belgien mit den Niederlanden gestimmt hatte, will von den angedeuteten Vorfestlegungen seiner Kollegen in der FIFA-Exekutive nichts mitbekommen haben.

"Ich kann mir nicht vorstellen, dass das wahr ist. Ich hätte sicher davon gewusst, wenn es zu solchen Absprachen gekommen wäre", sagte D'Hooghe dem englischen Internetportal insideworldfootball.com.

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