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Louis van Gaal
Louis van Gaal (2.v.l.) ist seit Sommer 2014 Trainer von Manchester United © Getty Images

Der Coach von Manchester United bezeichnet sich selbst als Innovator mit Blick auf die moderne Trainerarbeit. Ganz offen spricht er auch über seine polarisierende Art.

Seine eigenwillige Art polarisiert, doch der Erfolg hat Trainer Louis van Gaal zumeist Recht gegeben.

Auf einer Veranstaltung der Trainervereinigung der englischen Premier League (LMA) gewährte der Coach von Manchester United Einblicke in seine Methoden - und verblüffte mit der Aussage, dass er für eine Revolution in der Trainerarbeit seiner Ansicht nach mitverantwortlich war.

"Ich bin ein Innovator", wurde der 64-Jährige vom Telegraph zitiert. "Ich war der erste Trainer mit einem Laptop, jetzt hat jeder einen. Ich war auch der erste Trainer, der Videoanalysen nutzte."

"Mache nichts - und verdiene eine Menge Geld"

Generell habe sich seine Arbeit in den vergangenen Jahren deutlich gewandelt. "Ich komme aus einer Zeit, in der ich alles gemacht habe", erläuterte der ehemalige Bayern-Trainer. "Nun habe ich eine sportwissenschaftliche Abteilung, eine Scouting-Abteilung, eine medizinische Abteilung und Assistenz-Trainer."

Lachend fügte van Gaal hinzu: "Ich mache nichts - gar nichts! Ich delegiere und verdiene eine Menge Geld."

Als er Anfang der 90er Jahre bei Ajax Amsterdam seinen ersten Posten als Cheftrainer antrat, sah das noch ganz anders aus. "Wir hatten kein Geld und waren bankrott", sagte der Niederländer rückblickend und verriet, dass er für Spielertransfers in dieser Zeit auch mal selbst in die eigene Tasche griff. "Wir haben den nigerianischen Nationalspieler Finidi George für 3000 Pfund gekauft. Das habe ich selbst gezahlt", behauptete van Gaal.

"Bin manchmal zu arrogant"

Der Kauf zahlte sich aus: Van Gaal gewann mit Ajax zwischen 1994 und 1996 dreimal in Folge die niederländische Meisterschaft. George erzielte in dieser Zeit in 122 Spielen 24 Tore und wechselte 1996 für umgerechnet rund 10 Millionen Euro zu Real Betis Sevilla.

Ganz offen sprach van Gaal auch über sein oftmals als arrogant bezeichnetes Auftreten. "Feedback ist natürlich immer sehr wichtig", betonte der Niederländer. "Ich muss das sagen, denn wenn ich es nicht tue, heißt es, ich bin arrogant."

Dennoch gab er zu, durchaus unter seiner eigenen Art zu leiden. "Ich spreche die Dinge an wie sie sind", sagte van Gaal. "Manchmal habe ich schreckliche Phasen, weil ich zu arrogant bin."

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