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München und London - Bis Saisonende übernimmt Guus Hiddink beim FC Chelsea als Coach für den gefeuerten Jose Mourinho. Dann könnte ein anderer Startrainer folgen - oder gar die Klub-Ikone?

Jetzt soll es also der Weltenbummler richten:

Guus Hiddink kehrt als Teammanager in die Premier League zurück und wird den geschassten Jose Mourinho als Coach des FC Chelsea beerben. Das gab der Klub am Samstag kurz vor dem Liga-Heimspiel gegen den FC Sunderland bekannt.

Steve Holland wird Chelsea in dieser Partie interimsweise betreuen, dann übernimmt Hiddink. Der Niederländer erhält zunächst einen Vertrag bis zum Saisonende.

"Chelsea ist einer der größten Klubs der Welt, steht aber momentan nicht dort, wo es hingehört", sagte der frühere Nationaltrainer der Niederlande, der Türkei, von Australien, Russland und Südkorea. Und ergänzte: "Ich bin davon überzeugt, dass wir in dieser Saison die Wende schaffen können."

Hiddink das zweite Mal bei den Blues

Der 69-Jährige übernimmt die Blues das zweite Mal - im Frühjahr 2009 war er nach dem vorzeitigen Abgang des Brasilianers Luiz Felipe Scolari als Übergangslösung eingesprungen, gewann mit den Blues den FA-Cup und kassierte in 22 Pflichtspielen nur eine Niederlage.

Allerdings ist die Situation aktuell ungleich schwieriger als vor fast sieben Jahren: Damals hatte Chelsea vier Partien in der Premier League verloren – nun sind es bereits neun.

2009 lag Chelsea auf Rang vier – heute steht der abgestürzte Titelverteidiger auf Rang 16, nur einen Zähler vor einem direkten Abstiegsplatz. Der Rückstand auf einen Europapokalplatz beträgt elf Punkte.

Simeone als Dauerlösung

Hiddink soll die Saison trotzdem noch irgendwie retten und vor allem seine Erfahrung aus 33 Trainerjahren einbringen. Er gewann 1988 mit der PSV Eindhoven den Europapokal der Landesmeister, zehn Jahre später holte er mit Real Madrid den Weltpokal. Zudem war er Trainer bei drei WM- und zwei EM-Endrunden.  

Ab Sommer dürfte trotzdem ein anderer Startrainer das Ruder übernehmen. Im Fokus steht dabei neben Pep Guardiola (FC Bayern) vor allem Diego Simeone.

Der heißblütige Trainer von Spaniens Meister Atletico Madrid soll Wunschkandidat von Roman Abramowitsch sein – und ist laut Daily Mail dem Job keineswegs abgeneigt. Dass Simeone kein Englisch spricht, bekümmert Simeone dem Vernehmen nach wenig.

Ebenso der Umstand, dass wegen seiner noch langen Vertragslaufzeit (bis 2020) bei den Colchoneros eine Ablösesumme von 20,5 Millionen Euro im Raum stehen. Seine Erfolge – immerhin gewann der ehemalige argentinische Nationalspieler seit 2011 fünf Titel – seien ihm Bewerbungsschreiben genug, heißt es.

Übernimmt am Ende gar Drogba?

Zumindest perspektivisch hat Abramowitsch aber offenbar noch einen weiteren Plan in der Schublade.

Gerüchten auf der Insel zufolge hat der russische Milliardär nur Stunden nach Mourinhos Aus Kontakt mit Klub-Idol Didier Drogbar (von 2004 bis 2012 und von 2014 bis 2014 bei Chelsea) aufgenommen.

Der frühere ivorische Weltklasse-Stürmer, der im Spätherbst seiner Karriere in der amerikanischen MLS bei Montreal Impact kickt, soll gefragt worden sein, ob er sich in der - allerdings nicht weiter definierten - Zukunft den Trainerjob vorstellen könne.

Mourinho tritt nach

Dass Mourinho seinen bei den Blues das zweite Mal los ist, ließ den Portugiesen nun nachtreten.

"In seiner Karriere hat Jose einige Male entschieden, einen Klub zu verlassen. Aber nur in Chelsea hat der Klub entschieden, dass er gehen muss", hieß es in einer Erklärung, die Mourinho höchstpersönlich über seine Agentur CAA verbreiten ließ und in der er über sich selbst in der dritten Person sprach.

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