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Jose Mourinho
Jose Mourinho wurde bei Chelsea schon zum zweiten Mal in seiner Karriere entlassen © Getty Images

München - Mit seiner Entlassung beim FC Chelsea wird Jose Mourinho endgültig entzaubert. Seine künftigen Optionen sind limitiert, nur zwei Ziele realistisch.

Jose Mourinho wird noch lange der erfolgreichste Trainer des FC Chelsea bleiben.

Drei Premier-League-Titel, ein FA-Cup-Triumph und drei Erfolge im Liga-Pokal: So schnell macht ihm das niemand nach. Auch bei den Fans an der Stamford Bridge wurde er bis zuletzt wie ein Held verehrt, selbst als die sportliche Krise in der Liga schon längst historische Ausmaße angenommen hatte.

Eine Geschichte des Scheiterns

Dennoch bedeutet seine Entlassung am Donnerstag auch das Eingeständnis des wiederholten Scheiterns. Zum zweiten Mal innerhalb von acht Jahren wurde der exzentrische Portugiese beim Londoner Nobelklub vor die Tür gesetzt - offiziell wegen Erfolglosigkeit.

Der Absturz auf Platz 16 war jedoch nicht allein verantwortlich für die Demission. In den vergangenen Wochen wurde das Klima innerhalb des Teams immer vergifteter. Es habe ein "spürbares Zerwürfnis zwischen Trainer und Team" gegeben, erklärte Sportdirektor Michael Emenalo öffentlich. Für Mourinho eine deftige Ohrfeige.

Mourinhos Aura nimmt Schaden

Die Aura der Unbesiegbarkeit, der Glanz des Erfolges, die natürliche Autorität des selbst ernannten "Special One" - all das hat in den vergangenen Wochen und Monaten erheblichen Schaden genommen.

Zwangsläufig stellt sich die Frage, wo der 52-Jährige nach dieser herben persönlichen Schmach in Zukunft anheuern könnte.

Seit langem hält sich das Gerücht, dass sich die Besitzer von Paris Saint-Germain gerne mit dem Namen Mourinho schmücken würden. Zuletzt schürte der ehemalige französische Nationalspieler und TV-Experte David Ginola bei BT Sport entsprechende Spekulationen.

Begehrte Posten werden frei

Außerdem könnten in den nächsten Tagen einige der begehrtesten Trainerbänke der Fußball-Welt frei werden.

Bei den Bayern wird jeden Tag mit der Verkündung des Abschieds von Pep Guardiola gerechnet, bei Real Madrid könnten die Verantwortlichen bald ihre Geduld mit Rafael Benitez verlieren und Louis van Gaal muss sich bei Manchester United ebenfalls heftige Kritik gefallen lassen.

Für die englischen Buchmacher jedenfalls ist Mourinho der Top-Kandidat auf die Nachfolge des Niederländers, der in der Champions League mit den Red Devils gescheitert ist und in der Premier League seit drei Spielen nicht mehr gewonnen hat.

Schon 2013 war Mourinho als Nachfolger von Ferguson im Gespräch, doch United entschied sich damals für David Moyes.

Perez lehnt Mourinho-Rückkehr ab

Bei den Bayern ist der Portugiese indes ebenso schwer vorstellbar wie bei Real Madrid. In München, wo der Verein über allen persönlichen Befindlichkeiten steht, werden sich die Verantwortlichen hüten, den Egozentriker Mourinho zu holen.

Und in Madrid hatte er in seiner Zeit zwischen 2010 und 2013 mit der Demontage von Klub-Ikone Iker Casillas Spieler, Fans und Medien gegen sich aufgebracht. Präsident Florentino Perez nahm sämtlichen Gerüchten schon einmal den Wind aus den Segeln. "Im Moment kann er nicht zurückkehren", sagte er dem Radiosender Cadena SER.

Bliebe nur noch Paris. Doch dort macht Laurent Blanc derzeit einen so großartigen Job, dass ein Trainerwechsel nur schwer zu erklären wäre.

In der Ligue 1 führt sein Star-Ensemble die Tabelle mit rekordverdächtigen 17 Punkten Vorsprung an. Und in der Champions League hat er das Achtelfinale erreicht. Nächster Gegner: der FC Chelsea.

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